Gough-Whitlam-230

Jenny Hocking
» Gough Whitlam

Autor:Jenny Hocking (Aus­tra­lien, 2014)
Titel:Gough Whit­lam
His time
Aus­gabe:The Migunya Press 2014, Carl­ton, Vic­to­ria, eng­li­sche Originalfassung
Erstan­den:Geschenk von »mei­nen Australiern«
Spra­che:Eng­lisch

Gough-Whitlam-330

The fasci­na­ting story on the perhaps most radi­cal reform-friendly Aus­tra­lian prime minis­ter (Labor). The late Gough Whit­lam, who did so much for the rights of Abori­gi­nes, social insurance and Aus­tra­lias stan­ding in inter­na­tio­nal poli­tics. In a way it doesn’t won­der that he became the only prime minis­ter ever dis­mis­sed by the Gover­nor Gene­ral, which many saw and see as a coup d’Etat.

This books tea­ches a lot on the con­ti­nent, coun­try, people and their poli­tics. It fea­tures many sources, a fine biblio­gra­phy and a com­pre­hen­sive regis­ter, some work of merit.

Des­pite some gos­sip inside: For any­body who’s inte­res­ted in Australia

Fasci­na­ting


Gough Whit­lam, aus­tra­li­scher Labor Prime Minis­ter von 1971-1975 kann man als den »Willy Brandt« Aus­tra­li­ens bezeich­nen, aus deut­scher Sicht. Diese Bio­gra­fie, lau­fend ab der Über­nahme des Pre­mier-Pos­tens bis zu sei­nem Tod berich­tend, zeich­net – manch­mal gera­dezu »life« – einen äußerst reform­freu­di­gen Poli­ti­ker, der sich mas­siv für Rechte der Abori­gi­nes ein­setzte. Für eine all­ge­meine, steu­er­fi­nan­zierte Kran­ken­ver­si­che­rung, glei­che Löhne, glei­che Bil­dungs­chan­cen, ein wirk­lich glei­ches Wahl­recht ein­setzte, »Aus­tra­li­sie­rung« der Roh­stoff­ge­win­nung, echte Auf­bruchs­stim­mung ver­brei­tend. Par­al­lel dazu sorgte er für ein eigen­stän­di­ge­res (von GB und USA unab­hän­gi­ges) und deut­lich gewich­ti­ge­res inter­na­tio­na­les Auf­tre­ten des Kon­ti­nents auf inter­na­tio­na­lem Par­kett, z.B. gegen Apart­heid Er trat damit einem alt­her­ge­brach­tem Estab­lish­ment der­ma­ßen auf die Füße, dass die­ses ihn durch die äußerst umstrit­tene Ent­las­sung des »Gover­nor Gene­ral« (=Gene­ral­gou­ver­neur) 1975 – mit Wis­sen der bri­ti­schen Krone – als bis­her ein­zi­gen aus­tra­li­schen Pre­mier stürzte, ein Staats­streich, ohne Zweifel.

Ver­blüfft hat mich Whit­lams man­gelnde Ver­bin­dung zur Labor Basis, zum Par­tei­ap­pa­rat (Cau­cus) und seine offen­bar voll­stän­dige Beschrän­kung auf die par­la­men­ta­ri­sche Arbeit. Weder Gewerk­schaf­ten, noch Wirt­schaft, noch sons­tige außer­par­la­men­ta­ri­sche Bewe­gun­gen schei­nen eine Rolle zu spie­len. Jeden­falls nicht in die­ser Dar­stel­lung, die somit selt­sam unpo­li­tisch wirkt.

Trotz die­ser Schwä­chen beein­druckt die Per­sön­lich­keit Whit­lams, der poli­ti­sche Auf­bruch in die­ser Zeit, in der noch der Viet­nam Krieg tobte, sogar unter aus­tra­li­scher Beteiligung.

Vor allem aber lernt man sehr viel über die­sen Kon­ti­nent, die­ses Land, seine Bewoh­ner, tra­gende Kräfte aus­tra­li­scher Poli­tik, Par­teien (spez. Labor) und wel­che (eher schä­bige) Rolle das eins­tige Mut­ter­land damals spielte.

Mit einem sehr guten Quel­len­ver­zeich­nis, einer üppi­gen Biblio­gra­phie ud ver­nünf­ti­gem Index aus­ge­stat­tet, bie­tet es gute Grund­la­gen zur Vertiefung.

Fas­zi­nie­rende Ein­bli­cke in ein fer­nes Land und seine Politik

2020 rezensiert, Australien, Carlton, Geschichte, Jenny Hocking, Politik, The Migunya Press 2014, Victoria

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