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[April 2017]
Kodak bleibt auf seiner Inkjet-Sparte sitzen

Noch vor der Drupa 2016 wurde bekannt, dass Kodak seine glücklose Prosper-Sparte, und damit seine (Inkjet-) Zukunft verkaufen will. Denn in allen Plänen zur Auferstehung aus der Insolvenz von Kodak hieß es, dass der Inkjet der werdende Umsatzbringer sei und die Zukunft des Unternehmens. Die Umsatzzahlen sprachen jahrelang eine andere Sprache, was in meiner „Newsbox“ als einzigem Medium von Anfang analysiert und herausgestellt wurde.
Ich fragte damals, welche Zukunft hat ein Unternehmen, dass nun seine eigene Zukunft verkauft?

Auf der Drupa fand sich jedoch kein Käufer für die Prosper-Sparte und nun stellt sich mehr als ein Jahr nach der Verkaufsankündigung heraus: Das war nix – der Verkauf wurde nun (April 2017) insgesamt wieder abgesagt.
Man hat schlicht keinen Käufer gefunden, zumindestens keinen, der einen für Kodak akzeptablen Preis bezahlen will; auch das hatten wir damals schon angenommen. Weil offenbar niemand Kodaks – im Verhältnis zu den marktbeherrschenden Systemen – exotische Technologie in seinem Portfolio braucht.

Der Verantwortliche für Inkjet, Phil Cullimore, wurde in die Wüste geschickt – pardon, er nimmt ein sabbatical Jahr.

Das Ganze könnte man als einen für Kodak selten blamablen Vorgang sehen – oder ein Zeichen ungewohnter Transparenz, je nach Standpunkt. Damit hat Kodak aber weder eine neue Zukunft (statt der Inkjet-Sparte), noch Aussichten darauf. Sitzt aber weiter auf einer Abteilung, die bisher wesentlich zu den roten Zahlen des Unternehmens beigetragen hat, rund 190 Mill US-$ in den drei Jahren 2014-2016 gesamt.

Sind das nicht ziemlich düstere Perspektiven für Kodak ?

 

 

[1. Juni 2016]
Und wieder mal: eine Inkjet Drupa

Ist es die dritte, oder schon die vierte Drupa, die als Inkjet Drupa bezeichnet wird ?
Egal, auch diese Messe wird im Zeichen der Inkjet-Technologie stehen, auch wenn die Praxis des Drucks noch eine ganz andere ist. Wieviel Prozent aller Drucksachen werden schon per Inkjet gedruckt, waren es 5 oder doch nur 2% ? Und genau das macht es ja für Anbieter so spannend, wenn derart große Märkte noch zu erobern sind.

Änderung
Was aber hat sich seit der letzten Inkjet-Drupa geändert, was macht die Besonderheit dieser erneuten Inkjet-Drupa aus ? Sicherlich, das niemand mehr an der Bedeutung dieser Technologie zweifelt. Das aber macht sich in mehreren Faktoren bemerkbar:

  • Erstmals sind es große, wesentliche Druckmaschinenhersteller, die als Anbieter von Inkjet auf den Markt treten. Allen voran Heidelberg mit der zweiten Maschine aus der Fuji Kooperation, die nun gleich auf den Wettbewerber KBA stößt. Ähnlich ist nämlich KBA zu sehen, die mit der Rotajet Palette und den Kooperationen mit HP (Wellpappendruck) und – neu – Xerox (Inkjet Bogendruck Faltschachteln) sogar breiter im Inkjet aufgestellt sind, als Heidelberg. Dann Komori, das in gleich zwei Kooperationen (Konica-Minolta und Landa) vertreten ist. Schließlich Ryobi, bzw. MHI, die wieder mit ihrer Flüssigtonermaschine antreten wollen. Von der aber schon vor vier Jahren nicht klar war, woher der Flüssigtoner, bzw. das Patent dafür kommen sollte und von der man dann vier Jahre nichts gehört hat.
    Das sind dann vier wichtige Lieferanten des Offsetmarkts, die genau wissen, wie man Druckmaschinen baut. Was den Inkjetmarkt in Richtung mehr Professionalität verändern wird.
    Ob sich die zurückhaltende Position etwa von Manroland Sheetfed bewähren wird, wage ich zu bezweifeln; immerhin räumt man ein, das man 2012 mit dem Blender Landa aufs falsche Pferd gesetzt hatte.

  • Bisher galt der Standard, das zwischen Vorstellung bzw. Ankündigung einer neuen Inkjet-Druckmaschine und ihrem Ersteinsatz rund 4 Jahre vergehen. Hier darf sich Benny Landa rühmen, eine neue Rekordmarke zu setzen, er dürfte diesen Zyklus auf fünf bis 6 Jahre vergrößern. Was möglicherweise sein einziger Rekord und das bemerkenswerteste an Landa sein könnte. Heidelberg und KBA scheinen mir die ersten zu sein, die diesen Zyklus dagegen auf 2 Jahre verkürzen, auch ein Zeichen dafür, das die Inkjet Technologie beginnt zu reifen.
    Was aber nicht heißt, das es nicht weiter Systeme geben wird, die 2016 vorgestellt erst zur nächsten Drupa praxisreif sind, also 2019 frühestens; schade, das dieser Punkt in der anzeigenfinanzierten Presse meistens komplett unter den Tisch fällt.

  • Der Flüssigtoner meldet sich zur Drupa 2016 zurück, auch wenn er mit den Ankündigungen von 2012 (Canon-Océ, Ryobi, Xeikon) den Vierjahreszyklus mindestens dehnbar sieht. Die Messe wird zeigen, ob diese bisherige Nische auf wenige Anbieter beschränkt bleibt, oder weitere sich dazu gesellen. Bisher habe ich allerdings keine Ankündigungen in dieser Richtung wahrgenommen.

  • Insgesamt werden wir natürlich ein deutlich ausgeweitetes Angebot an Inkjet-Druckmaschinen in Rolle und Bogen haben, auch mehr Anbieter. Was ja kein Wunder, angesichts der eingangs skizzieren Marktgrösse ist. Dagegen spricht, das es eine lange teure Zeit der Entwicklung bis zur Marktreife solcher Systeme braucht, Kodaks Inkjet Kapitulation ist der beste Beleg dafür.
Schrumpfprozess
  • Um einen Anbieter wird die Inkjet Schar jedoch schrumpfen: Kodak ! Denn die wollen ja ihre einst als Zukunft gepriesene Inkjetsparte kaufen. Aber wer wird’s kaufen? Kaufts überhaupt jemand ? Vielleicht Manroland Web, die ohne Kodak Köpfe um eine wesentliche Option ärmer wären ? Oder Agfa, die so verspätet zwar, aber dann doch mit Inkjet im Offset vertreten wären? Die aber eigentlich wieder einen Offset Anbieter dazu bräuchten, wie etwa Manroland Web?
    Oder ganz anders: Die Chinesen kaufen Kodaks Inkjet Sparte (z.B. SEC/Goss) und damit ihren Eintritt in einen Zukunftsmarkt, auf dem sie bisher nicht nennenswert vertreten sind?
    Für mich ist dies eine der spannendsten Frage dieser Drupa überhaupt; wobei die Messe noch keine Antwort bringen muß, je länger man Kodak mit Angeboten warten läßt, um so billiger wird’s wahrscheinlich.
Marketingmedaille
  • Was nun Benny Landa betrifft, von dem selbst der verschnarchte DD nach vier Jahren gemerkt hat, das dessen Drupa-Auftritt 2012 keine grandiose Show, sondern ein gnadenloser Flop war, also zu diesem Benny Landa kann man nur sagen wie ein Berliner: „Dreist wie Oskar“. Ob er es mit seinen diesjährigen Ankündigungen auch wieder vier Jahre schafft, alle Interessenten vier Jahre zu vertrösten bzw. bei der Stange zu halten?
    Oder ob er auf dieser Drupa mal Rechenschaft ablegt, was aus den mehr als 100 Millionen Euro geworden ist, die er von Leichtgläubigen als Anzahlung bekommen hat, für Maschinen, die bis heute nicht existieren, geschweige denn praxisreif drucken?
    Nach den Blendern von Creo dürfte Herrn Landa auf jeden Fall die Medaille für das maßloseste Marketing-Großmaul des Jahrzehnts sicher sein; ob er wirklich auch noch brauchbare Druckmaschinen entwickeln kann, muß er noch beweisen.
    Aber vielleicht geht er auch hier wieder den „Indigo-Weg“ und verkauft den ganzen Kram an eine Firma, die das dann zur wirklichen Marktreife bringt, wundern würde mich das auch nicht mehr.
    Dann wäre er ja nach Kodak der zweite auf der Messe, der wirklich etwas sofort verkaufen kann, nämlich die ganze Sparte, wenn schon nicht die Maschinen.
Einseitig
  • Im Bogendruck fällt auf, das zuallervörderst einseitig gedruckt wird, was prima zum Faltschachteldruck, aber weniger zur Akzidenz paßt. Selbst das neueste Produkt von Fujiberg ordnet sich diesem offensichtlichen Manko bisher unter, dito die Kooperation KBA-Xerox. So dürfen wir also mit Inkjet-Wendemaschinen getrost bis mindestens 2019 warten, damit sind ja dann auch die (über-)nächsten beiden Inkjet-Drupa gesichert, eine zur Ankündigung, eine zur Realisierung, also bis ca. 2022.
  • Alternativ kann man natürlich auch mit UV Farben drucken, so bei Konica-Minolta/Komori, nur haben die ihren Preis, und: Nach bisherigem Wissenstand muß man nicht vorhandene De-Inkbarkeit befürchten. Maku und Altpapier wären demnach Sondermüll, keine gute Vorraussetzungen für eine breite Marktdurchdringung und eher ein Nischenprodukt, jedenfalls im Bogenmarkt.

Nun gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Aspekte zur Entwicklung der Inkjet-Technologie als da wären:

De-Inkbarkeit, Entwicklung der Preise von Tinte, Precoating-Chemie und Druckköpfen, Kompatibilität von Tinten von Fremdherstellern, Angebote aus Fernost; all das aber genügt für mindestens eine zweite Kolumne.

Schließlich gibt es – seitdem Inkjet auf dem Markt ist, immer noch drei Hauptfragen:

  1. Eine lautet: Wie hoch liegen die Kosten einer mit Inkjet bedruckten Seite?
  2. Die andere: Welch reales Papierangebot zu welchen Kosten ist für jeweilige Maschine verfügbar?
  3. Wo ordnet sich der  Preis von 0,7l Tinte des jeweiligen Herstellers ein, bzw. anders gefragt: Mit welchem Burgunder-Jahrgang läßt sich der Tintenpreis des jeweiligen Anbieters vergleichen ?

Allerdings sind in den bisherigen Inkjet-Drupas solche Fragen nie beantwortet worden und, ehrlich gesagt, auch 2016 erwarte ich das nicht anders. Das sollte man auch in diesem Jahr im Düsseldorfer Messerummel im Kopf behalten.

 

 

[April 2016]
Kodak verkauft seine Zukunft

Eastman Kodak hat am 15. März 2016 bekannt gegeben, für seine Prosper-Inkjet-Systeme einen Käufer zu suchen, das umfaßt sowohl die glücklosen Prosper-Druckmaschinen, als auch die erfolgreichen Inkjet-Köpfe und -Eindrucksysteme. Damit bekannte das Unternehmen, das sonst die Veröffentlichung von Verkaufszahlen scheut wie der Teufel das Weihwasser, gleichzeitig den Fakt, dass mit 50-60 installierten Prosper-Anlagen genauso wenig Kodak-Inkjet-Druckmaschinen im Markt sind, wie meine mißtrauischen Schätzungen in der Newsbox vergangener Jahre immer angenommen haben.

Das ist gegenüber fast 200 T-Rotationen des Rivalen HP eine Erzpleite und zeigt mit dem parallelen Verkaufserfolg der Prosper-Eindruckköpfe (>1200 Stück), dass Kodak zwar die Kopftechnik entwickeln konnte, aber nicht die darauf aufbauende Druckmaschinen geschweige denn, sie zu verkaufen.

Nun könnte es durchaus richtig sein, Entwicklung und Verkauf von Inkjetdruckmaschinen besser Firmenkooperationen wie KBA/HP oder Heidelberg/Fuji zu überlassen, die als Kombination von Druckmaschinenhersteller und Inkjet-Spezialist einfach besser aufgestellt für ein Geschäft mit hohen Entwicklungskosten und langen Vorlaufzeiten sind.

Da dies einen wesentlichen Beitrag zur anhaltend negativen Bilanz von Kodak (-118 Mill US-$ in 2014 und – 75 Mio US-$ in 2015) auch nach der Befreiung von Chapter 11 war, der statt des geplanten Umsatzzuwachses sogar massive Rückgänge erlebte, mußte der einstige Prepress-Riese aus den USA nun offenbar auf Forderung der Kreditgeber seine Kronjuwelen zum Verkauf anbieten: Die zukunftsträchtige Prosper-Technik, das Kernstück der (Inkjet)-Zukunft eines einst mächtigen graphischen Lieferanten.

Im Inkjet sieht aber derzeit die gesamte Druckbranche ihre Zukunft, und Kodak sah sie dort bislang erst recht. Und wo genau diese Kodak nicht müde wurde, seit mehr als einer Drupa intensiv zu betonen, dass der Inkjet die Zukunft des gesamten Konzerns darstelle. Und legte dies sogar detailliert in einem „5 Jahresplan“ zum Insolvenzausstieg dar. In dem nicht weniger als angenommen wurde, als dass es Jahr für Jahr rückläufige Umsätze der „konventionellen“, also auf analoge Drucktechnik ausgerichteten (Vorstufen-)Produkte geben wird. Demgegenüber aber im gleichen Zeitraum eine kontinuierliche Steigerung der Verkäufe und Erlöse an Inkjet-Technik stehen sollte, bis diese zum Hauptumsatzbringer einer Firma Kodak der Zukunft würde.

Leider hat sich die wirtschaftliche Realität bisher wenig an diesen Plan gehalten und genau diese Zukunftshoffnung soll nun verkauft werden, offenbar ein Verzweiflungsschritt der Kreditgeber, die sich vom Schlachten der „Prosper-Sau“ offenbar sicherere Erlöse versprechen, als der weiteren Aufzucht ihrer Nachkommen – jedenfalls unter Kodak-Regie.

Dass aber ist gleichzeitig der Anfang vom Ende von Kodak, denn Prosper war tatsächlich der technologische Kern der Hoffnung auf eine glanzvolle Zukunftsentwicklung. Weder die Druckplatten (= Old School) noch der technologisch immer mehr abgehängte Workflow-Sektor bergen die Fähigkeit für eine nennenswerte Konzernzukunft. Das kann und konnte nur der Inkjet – dessen Kodak sich nun weitestgehend begeben will, woran die Restpostenbörse der Versamarks und Nexpress mangels Marktgrösse wenig zu ändern vermag.

Schlüssig wäre es nun, wenn die Banken und Kreditgeber, die Kodak offenbar zu diesem Verzweiflungsschritt getrieben haben, die eigene Zukunft zu verkaufen, die Drupa-Präsenz des Unternehmens auf ein kostensparendes Minimum zu beschränken: Im Grunde reichen für Kodak zur Drupa 2016 genau zwei Verhandlungskabinen als Messestand:
Kabine Eins, in der der Deal zum Verkauf der Prosper-Technologie und der Kodak Zukunft besiegelt wird. Und Kabine 2, wo die Restgeschäfte der Kodak (Platten, Workflow, Nexpress und ein bischen Flexo) gleich mit verscherbelt werden. Das spart die massiven Kosten einer eigentlich nutzlos gewordenen Messepräsenz zu vermeiden und hilft die bisher zu erwartenden Millionenverluste in 2016 zu verringern:

Was will man auf einer Fachmesse schließlich noch zeigen, wenn man keine Zukunft mehr hat?

 

 

[Jahresende 2015]
Sehr geehrte Kunden,

das Jahresende ist eine Zeit für Rückblicke, in diesem Fall auf die Newsbox.
Die wurde 1997 gegründet, nach der Imprinta, als mich ein Vorstufenkunde bat, doch für ihn über die Messe zu gehen und für ihn wichtige Dinge zu beobachten und zu notieren. Daraus wurde bald ein veritabler Newsletter – eher „nebenher gefertigt“ (neben der Beratungsarbeit) –, der aber bald einen Schub bekam. Und das war ein „Ukas“, der im Deutschen Drucker so aussah, daß der Chefredakteur allen Mitarbeitern mitteilte, daß jegliche Artikel auf maximal zwei Seiten zu begrenzen wären – bei auf unter 200 €/Seite geschrumpften Honoraren. Ausnahmen gab es … aber nur für bezahlte bzw. gesponsorte PR-Artikel. Dies war für mich der Anlaß, die Newsbox auszubauen, mehr und breitere fachlich fundierte Brancheninformationen und unabhängig von Inserenteninteressen anzubieten, ein Modell, daß ich durch den US Seybold Report kennengelernt hatte.

Erstes Newsbox Thema, wie könnte es beim „CtP-Papst“ anders sein, war Computer to Plate, dessen Marktentwicklung nunmehr die Newsbox seit Jahren als einziges Medium verfolgt. CtP konnte man nicht wirtschaftlich betreiben, ohne moderne Workflows mitsamt der notwendigen PDF Entwicklung, ein stets wichtiges Newsbox Thema. Workflows waren aber nicht auf die Vorstufe beschränkt, sondern ein Teil der druckereiweiten Arbeitsabläufe, deren transparente Automatisierung durch das Job Definition Format, JDF, möglich wurde. Mit meinem Hintergrundwissen aus der Informatik/Mathematik und mehr als 10-jähriger Mitgliedschaft auch ein dankbares Thema für die Newsbox.

Der nächste Schritt zu Ausbau und Veränderung der Newsbox hatte zwei recht unterschiedliche Gründe: Mehr als 12 Jahre „herumjagen“ in der Industrie in Europa, als Berater, auf Messen und Fachkongressen ließen den Wunsch nach etwas weniger strapaziöser Betätigung stärker werden, was in der fachjournalistischen Arbeit möglich erschien. Andererseits legte der Umbruch der Druckindustrie durch digitale Medien und digitale Druckverfahren weitere Themen nahe. Dem wurde insbesondere im Zusammenhang mit spektakulären Pleiten, wie denen von Kodak und Manroland, in der Newsbox durch präzise und fundiert recherchierte Artikel zur Entwicklung der wichtigsten Lieferanten Rechnung getragen.

Dies alles wurde nun seit fast 20 Jahren von einem eigentlich schmalen Team geleistet, dem Herausgeber und seinen freien Mitarbeitern, bei denen ich mich an dieser Stelle bedanken möchte. Der Dank geht an George Alexander, Kurt K. Wolf, Daniel Schilling, Nessan Cleary, Jan Eskildsen, Ira Melaschuk und Karen Meyer. Gleichzeitig geht ein großer Dank an Freunde und Bekannte in der Industrie, ohne deren Unterstützung es die Newsbox in dieser Form nie gegeben hätte.

Der – zumindestens quantitative – Gipfel war vielleicht das Drupa Jahr 2012, in dem wir es auf sage und schreibe 56 (!) Ausgaben brachten, mehr als eine Ausgabe pro Woche. Wichtiger waren die Inhalte, die bis hinauf zu Unternehmensleitungen und CEOs geschätzt und gelesen wurden. Das ist etwas, worauf ich ein wenig stolz bin und wohl auch sein kann.

Doch auch „Newsboxer“ werden älter, Kinder verlassen das Haus, das Rentenalter ist erreicht und der Mensch fragt sich: Und nun ? Immer stärker drängten sich auch private Interessen (Literatur, Konzertbesuch, Freunde, Reisen) in den Vordergrund, fast jahrzehntelang zugunsten des Berufs vernachlässigt. Und wie Sie vielleicht wissen, auch meine Gesundheit forderte ihren Tribut … an meinen Sabbat- und Kurmonaten abzulesen. Da lag es nahe, das der Zeitpunkt gekommen war, die Newsbox in andere Hände zu geben, aber in welche?

Die herkömmlichen Fachverlage verstehen kein Zeitschriftengeschäft, das nicht wesentlich auf Einnahmen aus Anzeigenwerbung basiert. Der redaktionelle Teil ist immer nur so, wie es der Anzeigenteil zuläßt; fernab jeder Voraussetzung für eine Übernahme der Newsbox.

Die Journalistenkollegen sehen sich seit Jahren vor der Tatsache, daß das Geld wesentlich einfacher und vor allem umfangreicher in der PR-Industrie verdient wird – unvereinbar mit den Prinzipien der Newsbox. So haben mich die geführten Gespräche über eine Übergabe der Newsbox in andere Hände davon überzeugt, daß dafür „im heutigen Markt“ schlicht keine sinnvolle Möglichkeit besteht.

Und dies, zusammen mit meiner persönlichen Situation hat mich zu der sehr schwer gefallenen Entscheidung geführt, die Newsbox einzustellen, es wird also keine Newsbox mehr geben, traurig aber wahr.

Ihnen, den Abonnenten, Lesern und Freunden der Newsbox möchte ich für die langjährige Treue danken, es gibt auch noch Leser der ersten Stunde, allen dafür ein herzliches „Merci vielmals“, ganz besonders auch an die Kunden in der Schweiz.

Ich bin nicht verschwunden, weder aus der Welt noch aus der Branche, ich gebe „nur“ die Herausgabe der Newsbox auf und sage daher „Auf Wiedersehen!“

 

 

[10. Mai 2015]
Publishers Forum 2015

donau-talDer Newsboxer bei der Arbeit
© Adam Janisch
Ende April war ich beim „Publishers Forum“ in Berlin, dem europäischen Kongreß für Buchverlage, auf dem wichtige Verleger- und Führungspersönlichkeiten der wichtigen internationalen Verlage vertreten sind.

Ich kenne das Forum seit mehr als 10 Jahren, einerseits weil ich dort des öfteren als Referent geladen war, andererseits weil es immer gut ist, einen Blick über den Zaun zu werfen und zu schauen, was einen wichtigen Kundenkreis von uns beschäftigt.

Die Printproduktion ist es am wenigsten, wie die gering besuchten Workshops zu dem Thema verrieten, obwohl die mit dem Inkjetdruck von Büchern, POD und den dazu nötigen Workflows durchaus sinnvolle Ansätze für zukünftige Verlagsgeschäfte boten. Aber immerhin war an den tw. hochkarätig besetzten zwei Tagen zu hören, daß man an die Zukunft gedruckter Bücher glaubt und zu hören war, daß Print wieder im Kommen ist.

Allerdings ist dies regional sehr unterschiedlich, hierzulande gibt es mit unter 4,3% die niedrigste E-Book Quote (Anteil am Umsatz), Frankreich liegt sogar bei nur 1,1%, GB dagegen nahe 12% und die USA bei 13%. Nur Obacht: Das kann Buchsegmentweise völlig anders aussehen, auch D und F kennen in spezifischen Segmenten 20% und mehr E-Book Anteil, so einfach kann sich kein Buchproduzent mehr zurücklehnen.

Ähnlich wie in unserer Industrie kämpft man auf der Leitungsebene (Unternehmer, Geschäftsführer) mit mangelndem IT-Verständnis, was allein durch eine Auslagerung der IT nicht zu lösen ist. Das auf die IT Strukturen umzusetzende Prozessverständnis muß in den Verlagen aber weiterhin vorhanden sein, war mein Fazit eines „Exec-Workshops“.
Die Verleger denken konzentriert darüber nach, wie sie zukünftige Geschäftsfelder mit User Tracking, Metadateneinsatz und auch Big Data erschließen können und welche dies sein sollen.

Und der Brite Steve Odart wollte Ihnen dazu in Anlehnung an das Internet der Dinge eine „Brave new book world“ entwerfen, was aus meiner Sicht trotz der Begriffshäufung und Anlehnung an aktuelle Hypes mißlungen ist. Denn daß der Büchermarkt besser oder für die Markteilnehmer gewinnbringender wird, wenn Bücher nach Quoten auf den Markt kommen oder miteinander reden können, vermag ich nicht zu erkennen. Ob es an meiner Froschperspektive als Prepress-Guru und Kleinstverleger liegt, mögen andere beurteilen. Zu diesem und anderen (digitalen) Zukunftsthemen bot das Forum jedoch so viel Stoff, daß dies einer intensiven Auswertung noch harrt, auch weiterführender als bei S. Odart erlebt.

Der Forumssaal im Berliner Sofitel füllt sich am 28.4. morgens. © M. Mittelhaus

 

Das Forum gab in seinen Panels mit Daten zur Marktentwicklung, Einschätzungen von Trends, Beiträgen großer Verlage (z.B. Bonnier), den vielen mitunter zu parallelen Workshops und – nicht zu unterschätzen – dem informellen Teil den im Buchgeschäft tätigen weit über die reine Verlagsarbeit hinaus eine Informationskulmination und den mehr als unverzichtbaren Branchenaustausch.

Für mich war übrigens das herrlich lebendige Panel „Autor und Verlage – wie eine alte Arbeitsbeziehung erneuert werden muß“ in der perfekten Moderation von Holger Ehling und mit den engagierten Teilnehmern Karin Graf (Agentin), Jo Lendle (Hanser), Kathrin Passig (Autorin) und Wolfgang Ferchl (Knaus) das persönliche Highligt.
Gerade K. Passig war der beste Beleg für den Wandel der Verlagslandschaft durch publizierende „Außenseiter“, wie man auf der Webseite www.zufallsshirt.de und anderen Seiten von ihr unterhaltsam miterleben kann.

Mehr zu diesem Forum demnächst in der Newsbox, es war in diesem Jahr unter der geglückten Transition der Leitung vom verdienstvollen „Forumsvater“ Helmut von Berg zu Dr. Rüdiger Wischenbart ein Highlight der Fachkongreßlandschaft. Und könnte dies im nächsten Jahr (28./29. April 2016) wieder werden, das ist ja noch mit genügend Abstand zur Drupa (31. Mai bis 10. Juni 2016).

PS: Ein Grund meines Besuchs war zugegebenermaßen auch, daß ich dieses Forum das erste Mal gemeinsam mit meiner Tochter Mari, einer Kulturwirtin (B.A. ), besuchen konnte, die im Rahmen ihres Praktikums im Gap Year im Marketing der Firma Klopotek mitgeholfen hat, den Kongreß vorzubereiten und durchzuführen. Wenn der Vater mit der Tochter…, das kann man ja auch mal genießen!

http://publishersforum.de

 

 

[6. Mai 2015]
Stoßzeufzer

Eine der täglichen Routinetätigkeiten des Newsboxmachers besteht in der Sichtung und Durchforstung des E-Mail-News-Eingangs, der aufgrund diverser Ticker, Portalen und Mailingdiensten selten unter 30 bis 40 pro Tag liegt. Immerhin – so die Faustregel – kann man 20 % ungelesen gleich auf dem Mail-Server vernichten, insbesondere den Output gewisser PR-Agenturen.

Da sich unter deren mannigfaltigen Müll aber mitunter auch ein Körnchen interessantes findet (Quote Müll : Echte Info etwa 100 : 1), müssen zumindestens die Headlines überblättert werden. Gut, daß der Newsboxer mit der Gabe des Diagonallesen ausgestattet ist.

Das gilt dann auch für die 5-10 Mails pro Tag, die wirklich geöffnet und gelesen werden und ganz besonders die drei bis vier, die dann wirklich Anlaß für Newsbox-Meldungen sind. So wie beispielsweise die Info, daß Heidelberg die nächsten Verbrauchsmaterialakquisitionen vorgenommen hat. Bloß daß in der Mittelhaus-Newsbox nicht die Heidelberg-PR dann 1:1 nach dem Guttenberg-Prinzip wiedergekäut wird, das machen ja (fast) alle anderen grafischen Medien zur Genüge.

Mit der PR beginnt die Arbeit für die Newsbox erst, Archivauswertung, Hintergrundanalyse und die eigene Meinung sowie eine Einschätzung basierend auf mehr als 20 Jahren (nicht nur) journalistischer Tätigkeit in der Industrie. Das fügt sich zum entscheidenden Mehrwert der Newsbox.
Womit sich die jüngste Heidelberg-Meldung bei uns auch erheblich anders ausnimmt, als im sonstigen Medienchor.

Das alles sollte einmal gesagt werden, und so lassen sich nun wieder einmal die eineinhalb Stunden nachmittäglicher Mail-Auswertung ertragen, oder sollte ich lieber sagen „Müll-Auswertung“?

 

 

[5. Februar 2015]
Kennen Sie die zehn Schwachpunkte des Inkjets?

Der Inkjet scheint die Zukunft der Druckindustrie zu sein, nur hat er tonnenweise Schwachpunkte.
Die gehen in den werbefinanzierten und PR-lastigen Medien fast komplett unter, aber nicht in der Newsbox!
Hier sind einige der wichtigsten Punkte:

  1. Der Inkjet ist zu teuer!
  2. Es gibt zu wenig Papiere für den Inkjet.
  3. Es kommen bisher unbekannte kostspielige Verbrauchsmaterialien auf Anwender zu.
  4. Es gibt kaum eine unglaubwürdigere Branche als die Inkjet-Hersteller.
  5. Eigentlich wird die Wettbewerbsfähigkeit des Offsets durch den Inkjet befördert.
  6. Wahrscheinlich sind gedruckte Medien durch digitale abgelöst, bevor der Inkjet den Reifegrad des Offsets errreicht hat.

Die vollständigen zehn Punkte – und wie sie sich begründen– finden Sie in Januarausgabe der Newsbox.
Die Newsbox gibt’s nur im Abonnement »» hier.

 

 

[2. Februar 2015]
Haben Sie den Eindruck im klassischen Prepress passiert nichts mehr?

Ein oberflächliches Studium der (meist) oberflächlichen grafischen Medien läßt den Eindruck aufkommen, im klassischen, offset-basierten Prepress passiert so gut wie nichts mehr, es gäbe keine wesentlichen Veränderungen, keine Innovationen mehr.

Das ist allerdings falsch, wie so manche Bilder, die uns Medien vermitteln.
Ein gutes Gegenbeispiel sind die jüngsten Entwicklungen chemiefreier Druckplatten und hier zuletzt die dritte Version der erfolgreichen Azura Platte von Agfa, der Azura TE. Aber ist da alles Gold was glänzt ?

  • Haben chemiefreie Druckplatten nicht auch Nachteile?
  • Wodurch unterscheidet sich die neue Azura TE wirklich von ihren Wettbewerbern ?
  • Warum ist es Unsinn von „prozesslosen Platten“ zu sprechen?

Antworten auf diese Fragen, und welches Potential speziell die Azura TE Platte birgt, erfahren Sie übersichtlich  in der Mittelhaus-Newsbox im Januar 2015; als kostenloses Werbeexemplar »» hier erhältlich.

Wenn Sie fortlaufend über Entwicklungen (nicht nur) im Prepress auf dem laufenden sein wollen: Die komplett werbefreie Newsbox gibt’s nur im Abonnement, nämlich »» hier.

 

 

[26. Juni 2014]
Sommeroffensive im Digitaldruck/Inkjet

Eine in dieser Form eigentlich noch nicht erlebte Sommeroffensive der Hersteller von Digitaldruck- bzw. Inkjetmaschinen zeigt sich aktuell; die Newsbox wird in der nächsten Zeit über alle Neuerungen detailliert berichten.
  • Den Anfang machte HP, ohnehin heute als wichtigster Anbieter im Digital­druck­markt zu sehen. Für HP, die weiterhin in erheblicher Umstruktu­rierung- und Abbau­prozessen begriffen sind, ist die Druckindustrie ein immer wichtigerer Markt.
  • Es folgte Kodak, die hoffen, mit der Prosper 6000, der nunmehr schnellsten Inkjet-Rotation auf dem Markt, vielleicht etwas zum enteilten Wettbewerber HP aufschließen zu können.
  • Dann Canon-Océ, die mit den neuen Kyocera Köpfen mit 1200x1200 dpi, die ohne Priming auf allen gestrichenen Papieren drucken können soll, Bahn­geschwindigkeit auflösungsabhängig variabel.
  • Und Steinemanns Dmax, die mit Technik von Wifac-Polytype die dritte und die formatgrößte digitale Lackier- und Veredelungsmaschine auf den Markt bringen, die erste, die sogar das 70x100 Format abdeckt.

Mit der neuen Océ Image Stream 3500 und der im Juno in der Newsbox ausführlich vorgestellten Konica-Minolta KM-1 halten übrigens erstmals Inkjetdruckmaschinen mit der neuen Auflösung von 1200x1200 dpi Einzug, wir hatten schon in der Drupa-Berichterstattung auf diesen Trend hingewiesen. Nicht übersehen sollte man, daß gerade bei den wachsenden Bahngeschwindigkeiten im digitalen Inkjet-Rollendruck (maximal 1/3 der Rollenoffset-Geschwindigkeiten) weiterhin die „Qual der Wahl“ herrscht:

Die besten Auflösungen (1200x1200 dpi) gibt’s nur bei verringerter Druck­geschwindigkeit, höchstes Drucktempo nur bei niedrigerer Auflösung. Dies dürfte auch für die KM-1 gelten, denn der Hersteller hat ja schon ange­kündigt, sie in zwei Qualitäts­varianten heraus­zubringen. Auch eine typische Unter­scheidung zwischen Inkjet und Offset also.

Zur „Sommeroffensive“ gehört letztlich Heidelberg, die nun schon im September das erste Gemeinschaftsprodukt aus der Fujiberg Küche, die hybride Etikettenmaschine von Gallus vorstellen wollen.

Dabei ist nicht zu übersehen, daß sich die wichtigen Hersteller von Offset-Druck­maschinen zum Inkjet- und Digitaldruck mittler­weile mit recht unter­schied­lichen Strategien verhalten – ein Thema, das wir in der Newsbox aktuell ausführlich featurn.

Die wichtigsten Digitaldruck-Trends, die aus dieser Sommeroffensive erkennbar sind:

  • Immer mehr für den Verpackungsmarkt (incl. Etiketten);
  • Bessere Substratauswahl,
  • Mehr Finishing-Lösungen,
  • Neue Digital-Druck-Lieferanten
  • Höhere Bahngeschwindigkeit (Kodak) und:
  • Erstmals 1200x1200 dpi (mit Einschränkungen) lauten die wichtigsten Trends dabei.

Nur von deutlichen Senkungen der Kosten pro gedruckter Seite hat man noch nichts gehört, was manche Leute allerdings für das wichtigste fehlende Element im Digital­druck halten – wir auch !

Dies ist ein Auszug aus der zweiten Juno-Ausgabe der Mittelhaus-Newsbox, die als einziges grafisches Fachmedium fortlaufend, detailliert, fachlich kompetent und herstellerunabhängig über Trends und Entwicklungen im Digitaldruck berichtet.

Die Newsbox gibt’s nur im Abonnement, gerne zur Probe, Anfragen »» hier.

 

 

[4. April 2014]
Wo steht der kommerzielle Inkjet 2014?

Merkwürdig, daß sich keiner die Mühe macht, mal nachzuschauen, was aus all den bunten Drupa-Ankündigungen im Inkjet geworden ist. Wir haben´s nicht nur getan, sondern in der aktuellen Newsbox-Ausgabe das Ganze komprimiert. Und kommen in aller Knappheit zu acht Schlußfolgerungen:

  • Die Inkjet-Druckmaschinen werden nach Ankündigung schneller verfügbar als bisher
  • Benny Landa stürzt vom Thron als heißester Tip des Digitaldrucks, der Nachfolger lautet: „Fujiberg“.
  • Kodak könnte möglicherweise in den LFP Sektor expandieren.
  • Beim Hybriddruck, derzeit auf die Rolle konzentriert, ist noch manche Fragen offen.
  • Kodak hat zwischen Nexpress und Prosper eine riesige Produktlücke.
  • Die Verkaufszahlen digitaler Bogendruckmaschinen sind zwei Jahre nach dem Start lächerlich klein.
  • Der Inkjet Rollenmarkt könnte sich frühzeitig als überfüllt erweisen.
  • Digitaldruck in der Verpackung ist ein zartes Pflänzchen, was große Erwartungen erweckt, man sollte sich aber mit Geduld wappnen.
  • Der Inkjet bringt trotz seines weiteren Vordringens auch immer mehr Fragezeichen mit sich.

Warum das so ist, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Newsbox, dem einzigen grafischen Fachmagazin ohne Werbung – nur den Lesern verpflichtet, nicht den Inserenten.

 

 

[19. März 2014]
Heidelbergs Digitaldruckstrategie

Wie sehr Heidelberg in seiner Digitaldruckstrategie auf die neue Kooperation mit Fuji setzt, wird an dem Verkauf der erst zwei Jahr zuvor erworbenen Csat deutlich. Dennoch zählt der Etikettendruck zum Schwerpunkt auch neuer Kooperation. Schließlich wird die erste Inkjet-Maschine von „Fujiberg“ eine Etikettenmaschine sein.
Sie kommt voraussichtlich noch in diesem Jahr auf den Markt, wird die „Fuji­berg“-Test­maschine und soll beweisen, was die neue Technologiekooperation leisten kann.
Diese neue Maschine wird Heidelberg gemeinsam mit Gallus vermarkten, wie auch der „Heidelberg Prinect Print Manager Label“ bei Heidelberg im Workflow-Programm bleibt.
Die weiteren Maschinen der „Fujiberg“ Kooperationen sind laut CEO G. Linzbach in den nächsten zwei bis zweieinhalb Jahren zu erwarten, im Akzidenz- und Verpa­ckungs­bereich, rechtzeitig zur Drupa 2016 – alles Newsbox Exklusiv-Informationen.

Der Csat Verkauf ist eine klare Ansage zur Digitaldruckstrategie: Inkjet bei Heidelberg kommt (zukünftig) von Fuji, Csat wird nicht mehr benötigt und dessen Produkte gehören nicht zum Kerngeschäft, der Verkauf bedeutet also auch eine Konzentration von Heidelberg. Was an Csat noch inter­essant ist, überläßt man Gallus.
Die bisher etwa 20 Linoprint L Kunden werden den schnellen Hersteller­wechsel nicht unbedingt goutieren, schon gar nicht, wenn sie in den bei­den Jahren von Heidelberg als neue Digitaldruckkunden gefeiert worden sind, wie z.B. die Druckerei Vollherbst.

Das Gallus die Linoprint L dagegen im Portfolio behält und sogar weiter entwickeln will, ist nur logisch. Denn dem Schweizer Etiketten- und Schmal­bahn­rollen­spezialisten ist seinerseits natürlich sehr daran gelegen, bei der Expansion digitaler, sprich Inkjet-Technologien in seine Stammärkte dabei zu sein. Und bis „Fujiberg“ abhebt und den Erfahrungshorizont alteingesessener Etikettenspezialisten aufweist, ist der Rückgriff auf die Csat Maschinen ganz praktisch.

Gleichzeitig zeigt sich, daß der Etikettenmarkt ein wichtiges Expan­sions­feld neuer digitaler und –hybrider Drucktechniken geworden ist, die hybrid druckende FFEI Graphium ist nur ein weiterer Indiz dafür.
Heidelberg dagegen verabschiedet sich mit „Fujiberg“ vom einstigen „Offset-only“ Credo und könnte zu einem der wichtigsten Anbieter der digitalen und Inkjet-Druckmaschinen Hersteller werden. Wobei der Einstieg bei Neo7Even zeigt, daß man sich strategisch keineswegs mehr allein auf den gedruckten Content verläßt, vielleicht kommt eines Tages ein Facebook-Nachfolger aus Heidelberg?

Über die Wandlung Heidelbergs, seine Digitaldruck- und digitale Medienstrategie haben wir in den Newsbox-Ausgaben Juno-II/13, Nov-II/2013, Nov-III/13, Dez-I/13, Jan-I/14 und Feb-II/14 ausführlich berichtet; dies wird fortgesetzt.

 

 

[6. Mai 2013]
Auf dem Weg ins CTP Monopol? – Zur Insolvenz der Lüscher AG

Die Insolvenz der Lüscher AG im April, eines der renommiertesten CTP Herstellers weltweit, ist nur ein Zeichen der Krise, von der man spätestens seit dem US-Konkurs Kodaks (Januar 2011) wissen konnte, daß sie weitere Opfer speziell unter den Vorstufenlieferanten fordern wird und schon gefordert hat.
Wer wissen will, wie es im Feld der Prepress-Hersteller aktuell aussieht, erfährt dies aus der laufenden Newsbox-Berichterstattung, dem einzigen grafischen Medium, das konsequent das Geschehen im Lieferantenmarkt verfolgt.

Unsere Leser wissen auch exakt und detailliert, welch akuter Druck aus den asiatischen Märkten bei Offsetplatten und CTP-Systemen mittlerweile ausgeübt wird. Mehr als ein halbes Dutzend Belichteranbieter und über 30 Plattenproduzenten made in China, über die wir in der Newsbox ausführlich berichten, sind beredtes Zeugnis der Entwicklung.
Neben dem hohen Frankenkurs, dem Schrumpfen der Druckindustrie und einer aktuell katastrophal anmutenden Investitionsverweigerung alles Faktoren, die zur Lüscher Insolvenz geführt haben. Da gibt’s noch mehr, wie wir in einem 11-seitigen Special beleuchtet haben, in dem wir auch die mögliche Zukunft des Unternehmens anmsprechen, das in einigen Segmenten Marktführer ist, in anderen Alleinstellungsmerkmale aufweist. Was auch die möglichen Lüscher-Investoren wissen.

Die weitere Entwicklung des CTP Markts hängt entscheidend vom zukünftigen Investitionsverhalten der Druckunternehmen ab, denn sollte mit Lüscher ein weiterer innovativer Mittelständler vom Markt verschwinden, scheint der Weg zu einem CTP-Liefermonopol von 2-3 Lieferanten (oder weniger) nicht mehr weit. Zum entschiedenen Schaden der potentiellen Kunden, wie das Monopol von Adobe in einem anderen grafischen Markt seit Jahren zeigt.

Die Krise der CTP Lieferanten wie Kodak und Lüscher ist gleichzeitig die Parabel vom „Aufstieg und Fall von CTP“.
Vor 15 Jahren als brandneuer Technologiestern aufgestiegen, nach 10 Jahren zur alltäglichen Gegenwart geworden und heute eher als „Beigabe“ verramscht, sei es zur Druckmaschine, zum Plattenvertrag oder als „Low-Cost“-Gerät aus fernöstlicher Provenienz. Dazu paßt, das Agfa und Fuji bereits vor Jahren aus der eigenen Geräteproduktion ausgestiegen sind.

Bei allem Verständnis für die Krise und den Schrumpfprozeß unserer Branche, die einhergehenden „Kollateralschäden“ sind immer wieder erschreckend. Wie groß sie im CTP-Markt noch werden, hat aber die Branche durch ihr eigenes Investitionsverhalten in der Hand.

Mehr zum Thema, zum Markt und zu Lieferanten aus China in den aktuellen Ausgaben der Mittelhaus-Newsbox.

 

 

[25. März 2013]
Heidelberg: Keine hybride Offsetdruckmaschine!

So schnell können sich Drupa-Träume verflüchtigen!
Schon unser Korrespondent Nessan Cleary hat in seiner jüngsten Newsbox-Serie Serie über hybride Druckmaschinen (Newsbox März II und III/2013) darauf hingewiesen, daß Heidelberg noch keine Serienfertigung der auf der Drupa angekündigten hybriden XL 106 aufgenommen hat.
Tatsächlich hat sich das Unternehmen sogar – bis auf weiteres – von der hybriden Technik verabschiedet, wie wir auf Nachfrage von der Pressestelle erfuhren:

“Die Integration der Inkjettechnologie in eine Offsetmaschine steht bei Heidelberg derzeit nicht im Fokus, da wir im Bereich des Bogenoffsetdrucks die Nachfrage als gering erachten. Wir spüren allerdings ein steigendes Marktinteresse im Bereich der Kombination beider Druckverfahren. Wenn wir daher von Hybriddruck sprechen, dann verstehen wir darunter Anwendungen, die beispielsweise im Offsetverfahren vorgedruckt sind und die dann durch Digitaldruck eine Personalisierung bzw. Individualisierung erfahren. Mögliche Anwendungen haben wir erstmals auf der Digimedia 2011 als Kombination zwischen einer Speedmaster SX 52 Anicolor und einer Linoprint C gezeigt. Ähnliche Beispiele zeigen wir hier in Heidelberg in unserem Print Media Center.”

Nun, da hat “Fokus 2012” (das Heidelberger Spar- und Restrukturierungsprogramm) wohl für einen andern technischen Fokus gesorgt.
Wir werden uns noch darum kümmern, wie das mit dem “hybriden” Fokus bei Manroland Sheetfed und KBA ausschaut, Ryobi ist ja längst im Markt und Manroland Websystems muß man nach den jüngsten Erfolgsmeldungen von Springer nicht extra fragen.
Was ich in dem Zusammenhang so nachhaltig merkwürdig bis peinlich empfinde: Daß hybrider Druck, also die Kombination von Offset und Inkjet auf der Drupa ein Thema war, haben – immerhin – alle grafischen Medien gemerkt.
Wieso kümmert sich außer uns, außer der Newsbox kein einziger darum, was dann anschließend draus wird?

Mehr dazu unter »» Informationen

 

 

[14. Februar 2013]
Der Wandel von analog zu digital – oder: Die neue Kodak

Kodak hat dem US-Insolvenzgericht einen Finanzplan vorgelegt, wie die neue Kodak in den Jahren 2103-2017 entstehen soll und wie dann die Zahlen des Konzerns aussehen würden. Darüber berichten wir in einer der nächsten Newsbox detailliert in Text und Bild.

Im Kern soll die zukünftige neue Kodak aus den Produkten der bisherigen grafischen Gruppe (GCG) plus „ein bischen Filmgeschäft“ bestehen. Bestechend ist dabei der Paradigmenwechsel:

Im Jahr 2013 erwartet die neue Kodak noch 2/3 der Umsätze aus den analogen Druckmärkten (Offset/Flexo-Prepress). Dagegen sollen fünf Jahre später, also 2017, fast 60% der Kodak-Umsätze aus dem Digitaldruck kommen, was einer Verdreifachung der Verkäufe gleich kommt, wahrlich eine neue Kodak.
Gleichzeitig rechnet Kodak mit einem Rückgang seines analogen Prepress-Sektors bis 2017 um 12%.

Dies ist eine hochinteressante Prognose, spiegelt sich darin doch der Wandel der grafischen Branche von der analogen zur digitalen Druckproduktion.

Und wie realistisch sind nun diese Pläne zur Schaffung der neuen Kodak, nach der Begebung der amerikanischen Kodak-Gesellschaft unter Chapter 11 (Insolvenz nach US-Recht) im Januar 2012?
Die Antwort steht natürlich auch in der Mittelhaus-Newsbox, wo sonst?

 

 

[1. Februar 2013]
Die neuen Flüssigtoner-Digitaldruckmaschinen

In den beiden Januarausgaben der Newsbox haben wir die Entwicklung der digitalen Flüssigtoner-Technologie aufgezeigt und alle relevanten angekündigten neuen Druckmaschinen, die mit dieser Technologie arbeiten, in Wort und Bild vorgestellt; mitsamt einer Übersichtstabelle.

Alle dieser neuen Systeme schaffen es mit hochviskösen Flüssigtonern und neu entwickelten Druckverfahren die bisherigen Limits für Druck­geschwin­dig­keiten dieser Technologie (Indigo) zu sprengen. Damit könnten Sie dem Flüssigtoner-Verfahren das Tor zu den Inkjet-Durchsatz Dimensionen zu öffnen, bei besserer Bildqualität.
Und – wie das Beispiel Xeikon Trillium zeigt – können Drucke dieser Maschinen auch dem Recycling Kreislauf zugeführt werden, was sich hoffent­lich alle anderen Hersteller in ihr Pflichtenheft schreiben.
Wobei Xeikon durch den Umstand, sowohl Tonerentwicklung und Produktion, als auch die Druckmaschine im eigenen Haus zu haben, eine Sonderrolle einnehmen könnte.

Ob der Flüssigtoner alle Versprechungen erfüllen kann: Qualität wie Offset, Geschwindigkeit wie Inkjet, Recycelbarkeit - das muß die zukünftige Praxis der Maschinen zeigen. Wahrscheinlich können wir ein erstes Fazit dazu auf der Drupa 2016 ziehen, bis dahin erfahren Sie alles relevante im Bulletin der grafischen Industrie, der Mittelhaus-Newsbox.

 

 

[23. Januar 2013]
JDF und die Automatisierung der Druckerei

Daß die Druckmedienproduktion mehr denn je auf die höchstmögliche Automati­sierung angewiesen ist, sollte sich herumgesprochen haben. Auch wenn der „erste Anlauf“, also die derzeitige JDF-Spezifikation, wegen ihrer übergroßen Komplexität dringend einer grundlegenden Renovierung bedarf, ein besseres Mittel zur durchgreifenden Automatisierung der Druckereiabläufe gibt es bisher nicht.
Um so erstaunlicher, daß dieses Thema selten publiziert (mangels Anzeigen­volumina?) und wenig in der Öffentlichkeit diskutiert wird.
Eine der löblichsten Ausnahme ist das jährliche JDF-Workflow Forum der HdM Stuttgart, auf der ich mehrmals die Keynote beitragen konnte. In diesem Jahr findet das Forum am Dienstag, den 19.2.2013, in der Hochschule statt. Das vollständige Programm können Sie »» hier als PDF downloaden und »» hier können Sie sich anmelden.

In der Newsbox, die stets ausführlich über das Forum berichtet, finden Sie aktuell Berichte über die Arbeiten, in der Digitaldruckproduktion JDF verstärkt zu nutzen (CIP4 Arbeitsgruppe J-Digital) und gleichzeitig die Komplexität des JDF-Konstrukts zu vereinfachen.
Wer sich also der Aufgabe der Automatisierung seiner Produktion stellen will, bleibt »» hier auf dem Laufenden.

 

 

[17. Dezember 2012]
Cloud in der grafischen Industrie

Das Thema Cloud ist – nicht nur – in unserer Industrie umstritten. Ein Teil sieht dort die Zukunft, wie in unseren kürzlichen IFRA-Expo Berichten deutlich wurde. Andere, auch Lieferanten, sind aufgrund von Sicherheitsbedenken, mangelnder Infrastruktur und Kostenbedenken recht skeptisch.
Inzwischen rückt auch die Frage der Nachhaltigkeit einer Cloud-basierten Infrastruktur mehr in den Mittelpunkt, dazu mehr in einer der nächsten Newsbox-Ausgaben.

Eine sehr interessante Veranstaltung zu diesem Thema brachte der Beuth-Tag 2012 der Berliner Beuth-Hochschule für Technik, die wir aus diesem Grund in der ersten Dezember-Ausgabe in einem dreiseitigen Bericht gefeatured haben.
Cloud wird ein Thema bleiben, dem die Mittelhaus-Newsbox sich auch in 2013 widmen wird, gewohnt hersteller-neutral, kritisch und unabhängig.

 

 

[17. September 2012]
Der Wandel der MIS Systeme

Wenn innerhalb eines halben Jahres drei nicht unwichtige MI-Systeme den Besitzer wechseln, eines am Ende der Entwicklung angekommen ist und bei einem zweiten die Zukunft zumindestens fraglich erscheint, kommt die Branche dann zum Nachdenken?
Ein ganz klein bischen, wie manch aktuelle Diskussion zeigt, aber auch nur ein bischen, oder ?

Leider liegt noch sehr viel im Argen, so z.B. bei der Vernetzung der Druck­vorstufe mit dem auftragsführenden System, denn eine Übernahme der Auftragsdaten in Prepress, sowie ein Tracking des Produktions­fortschritts sind das einzig rationelle Verfahren.
Wenn –ja wenn – a) es endlich mal MIS-Hersteller gäbe, die wirklich etwas von der Vorstufe verstünden und b) JDF nicht so ein elend komplexer Stan­dard geworden wäre, der kaum mit vernünftigem Aufwand zu nutzen ist.
Und leider erscheint diese Datenübernahme in puncto Ausschießen derzeit offenbar reichlich festgefahren, vielleicht sogar verfahren.

Dabei ist auch hier die Schwierigkeit, daß sich in den Druckereien eine Vielfalt spezifischer Abläufen entwickelt hat, die in keinem MIS der Welt sinnvoll, also mit bezahlbarem Aufwand abgebildet werden können.
Was aber bei der Entwicklung der Vernetzung von der Druckerei eine klare Zielstellung verlangt, die sie auch gegenüber dem Softwarelieferanten vertritt und durchsetzt, und auf Seiten der Druckerei einen gut ausgebildeten „Macher“ verlangt, der sich im Auftrag der Unternehmensleitung „hauptamtlich“ um das MIS kümmert. Und wenn die Druckerei dieses Know-How nicht selbst hat, dann muß sie es extern einkaufen!

Nimmt man schließlich noch die unangenehme Tatsache, daß nun ausge­rechnet das für die durchgreifende Automatisierung der Druckerei­abläufe unentbehrliche JDF durch die Komplexität seiner Spezifikation und die wirt­schaft­lichen Probleme der Träger der CIP4-Organisation aktuell in einer Sack­gasse vor sich hin dämmert, kann einem für die Zukunft dieser Entwicklung schon etwas bange werden.

Zumindestens eines würde helfen: Eine gute Information und eine intensive öffentliche Diskussion in der Branche über diese Themen. Dazu soll das grafische Bulletin „Newsbox“ dauerhaft beitragen, wo die Entwicklung der MI-Systeme fortlaufend verfolgt wird. Z.B. in einem insgesamt 30-seitigen Beitrag zu Heidelberg Prinect, einem umfassenden Bericht zum jährlichen JDF-Workflowsymposium der HdM Stuttgart und – ganz aktuell – Karen Meyers Trend- und Detailberichten von der Drupa in der Newsbox, mehr dazu »» hier

 

 

[4. Juli 2012]
Einschätzung Drupa 2012

Die Drupa 2012 war ein doppelter Wendepunkt – und sie war die letzte Ihrer Art. Warum das so ist, daß lesen Sie »» hier in meinem aktuellen Kommentar in Print &
Produktion 5-6/2012.

… und jede Woche im Detail in der Newsbox …

 

 

[30. Juni 2012]
»Hat die Drupa überhaupt stattgefunden?«

Schaut man sich herkömmliche Medien an, muß man sich schon fragen: Hat die Drupa wirklich stattgefunden?

Meist ist die größte grafische Fachmesse der Welt bereits weitest­gehend „abgehandelt“, und der dröge PR-Alltag kehrt ein: „Warum Druckerei Blattstark mit der Wundermaschine von Rumsbums so unendlich glücklich wurde" – oder so ähnlich …

Während also der Medienmainstream zum Alltag überzugehen scheint, geht es bei der Newsbox erst richtig los: Bisher haben wir von und über die Drupa auf mehr als 150(!) Seiten berichtet.
Das werden wir natürlich fortsetzen. Denn wiir wollen unsere Leser als grafisches Medium wirklich informieren, wie Sie auch »» hier sehen können. Unsere wachsende Leserzahl bestätigt uns täglich in unserer Arbeit.

 

 

[11. Mai 2012]
Wichtige Trends von der Drupa

Diese Trends haben wir in einer ersten Bilanz ausgemacht:

Alle wichtigen Offsetdruckmaschinen-Anbieter (Heidelberg, KBA, manroland sheetfed und Offset, Komori, Ryobi) bieten ab sofort Hybriddruckmaschinen an. Das sind Offsetmaschinen, in die Inkjet-Köpfe integriert werden, um Eindrucke, Serialisierung und Individualisierung zu erreichen. Moderne Köpfe (Atlantic Zeisser, Kodak) können dies bei Geschwindigkeiten bis zu 16.000 Bogen /Std, bzw. bis zu 300 m/min Bahngeschwindigkeit.

Der Digitaldruck ist dabei, sich weitere Anwendungsfelder zu erobern, Etiketten, Faltschachteln (Kleinauflagen), Lackierung und Prägung, Sonderdrucke. Die meisten Maschinen sind aber noch nicht fertig, die Wirtschaftlichkeit der digitalen B2 Bogenmaschinen ist umstritten.

Die Prepress Workflows sind nahezu ausentwickelt, verlagern Teile der Anwendungen auf SaaS (Software as a Service), was fälschlich als Cloud bezeichnet wird. Wichtigstes Entwicklungsgebiet der Workflows ist die Entwicklung und Integration von E-Commercelösungen. Sammelformen ein weiteres markantes Entwicklungsthema.

Bis auf Fuji sah sich kein Anbieter neuer Digitaldrucktechnik in der Lage live gedruckte Druckmuster zu verteilen, Benny Landas vorgedruckte Muster waren schlicht grauslich.

Viele Anbieter versuchen auf den Cloud-Hype aufzuspringen, während sich in renommierten IT-Zeitschriften gerade die Berichte häufen, was bei Cloud-Lösungen alles schief gehen kann – und geht. Vorsicht scheint geboten.

Dies ist ein Auszug aus der aktuellen Newsbox-Ausgabe,, mehr dazu finden Sie in der aktuellen Newsbox.

 

 

[25. April 2012]
Rückblick auf die Media Mundo 2012

Die Teilnehmer der Media Mundo erhalten das Passwort zum geschützten Komplett-PDF vom Veranstalter f:mp.
Newsbox Abonnenten haben den kompletten Media Mundo Bericht mit der Ausgabe April III/2012 erhalten.

 

 

[23. April 2012]
Wird die Drupa 2012 zur Inkjet-Drupa?

Oberflächlich betrachtet mag das so scheinen, aus zwei Gründen: Die PR der Inkjet-Hersteller dreht auf höchsten Touren und da die meisten Medien eine starke Abhängigkeit von Anzeigenbudgets aufweisen, wird genau das gemeldet, was die PR vorgelegt hat. Die Realitäten aber sind andere, wie die über 150 Seiten starke Drupa-Vorrausschau meiner werbeunabhängigen Newsbox zeigt.

Realitäten
Zum einen wird auf Messen viel versprochen, und erst Jahre später realisiert, so bei den B2-Inkjet-Bogendruckmaschinen, 2008 vorgestellt und 2012 in den Markt eingeführt. Einen realen Markt bekommt diese Technik aber frühestens in den nächsten 4 Jahren, was auch für die bisher sechs angekündigten Neuvorstellungen zur Drupa gilt – Jahre nach der angeblichen Inkjet-Drupa 2008!
Zum anderen ist mitnichten alles Inkjet und das bisherige Angebot an digitalen Rollendruckmaschinen zielt mehrheitlich gar nicht auf die grafische Industrie. Das könnte sich allmählich ändern, denn diese Drupa könnte einen ganz anderen Wendepunkt markieren.

Druck-Maschinenbau
Erstmals steigen nämlich die Hersteller konventioneller Offsetdruckmaschinen in nennenswertem Ausmaß in den Digitaldruckmarkt ein!
Zu nennen sind die Rotajet von KBA, der Bookjet von Timsons, Inkjet-Sheetfed von Komori, B2-Bogendruck (Toner) von Ryobi, Hybridmaschinen von KBA und Manroland Sheetfed, Inkjet von Heidelberg.
Erst die Verbindung des langjährig beherrschten klassischen Druck-Maschinenbaus mit allen seinen Facetten und den digitalen Technologien könnte den echten Wendepunkt vom Offset zum Digitaldruck markieren.

Technik und Wirtschaftlichkeit
Wobei ein wesentlicher Punkt offen bleibt: Auf Messen steht der Glanz der Technologie im Vordergrund, von realen Kosten erfährt man sehr wenig. Aber die Einsatzmöglichkeiten jeder Drucktechnik hängen von ihrer Wirtschaftlichkeit ab, die sich auf eine einfache Frage komprimieren läßt: Was kostet der Druck einer bestimmten Auflage ?
Genau das zu klären, wird ein Leitgedanke unserer Newsbox-Berichterstattung sein, die sich auf der Drupa 2012 mit fünf Korrespondenten den wirklich viel zahlreicheren Themen dieser Messe widmet: Der Workflow-Automatisierung, der Druckvorstufe, den Trends in Web-To-Print, bei MIS und JDF und den wachsenden Angeboten aus China.
Die einfachen Schlagworte kann man getrost dem Mainstream überlassen, erfolgreiche Unternehmen haben ihre eigene Linie, das gilt auch im Druckgeschäft.

Dies ist ein Fazit der Vor-Drupa-Berichterstattung unserer Newsbox.




JDF in der Druck-
industrie – quo vadis

Vortrag Prinect User Group; Herbst 2011
(PDF, 300 kb)

PDF