Am 4. März 2026 ist im Alter von 82 Jahren der Rostocker Autor und Dichter, Michael Baade gestorben.
Kennengelernt habe ich Michael Baade durch sein Buch über Jan Vogeler, den Sohn Heinrich Vogelers. Das fand ich beim Besuch in Worpswede, im Modersohn Haus, es war natürlich auch auch im Barkenhoff von Heinrich Vogeler zu finden. Angerührt von diesem Buch über Vogelers Sohn fragte ich den Verlag nach der E-Mailadresse des Verfassers. Er hat keine, lautete die Antwort, er hat aber eine irdische Adresse! So kam unser Kontakt zustande, über Briefe und Telefonate, per E-Mail ging ja nicht.
Drei Bücher von ihm habe ich rezensiert, das zu Jan Vogeler, die Erinnerung an den Tod seines besten Freundes Egon Schultz an der deutsch-deutschen Grenze und den Dialog zwischen Michael Baade und dem Grafiker Armin Münch. Darin ging es auch um Hiddensee, der großen Liebe Michael Baades, bei mir trotz vielfacher Lektüre rezensorisch etwas kurz gekommen. Entschuldigung nachträglich dafür lieber Michael!
Michael Baades posthumen Blick auf den Philosophie-Professor und Lehrer Jan Vogeler empfand ich als eine geniale Näherung über im wesentlichen externe Zeugnisse an einen klugen Mann, den er selbst nur einmal sprechen konnte.

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Unvergessen sind mir die langen, intensiven Gespräche zu meiner Rezension seines Buchs »Der Tod des Grenzsoldaten«, also den Tod des Egon Schultz, des besten Freundes von Michael Baade. Es waren mindestens ein Dutzend Telefonate, über Stunden. Lange Seiten mit Notizen, erneute Anrufe, Rückrufe, lange Diskussionen. Die völlig unterschiedlichen Lebenswelten und Sozialisationen von uns beiden, das Leid des Freundes des Toten, auch ein Leid aus seiner eigenen (DDR-) Geschichte und mein durch Aufwachsen im Kalten Krieg in West-Berlin beengter Perspektive machten es teilweise schwer, zu einer gemeinsamen Perspektive zu kommen. Aber ich glaube, es ist am Ende gelungen.
Auf jeden Fall haben uns die Gespräche zueinander geführt und ich erinnere mich, wie wohl ihm mein Verständnis für ihn, den Künstler, den Dichter und Rostocker Bürger in den vielen Telefonaten über die Jahre gut getan haben. »Du verstehst mich«, hörte ich oft von ihm, daran erinnere ich mich gut und werde es nicht vergessen.
Ich danke Dir für die Zeit, die wir gemeinsam erleben konnten, ich danke seiner Frau Prayong für ihren unendlich geduldigen Beistand, mach´s gut lieber Michael.
PS: Eine schöne Erinnerung an Michael Baade findet man auf der Instagram-Seite seines ehemaligen Verlages, der edition digital.



