Tho­mas Mann
» Tod in Vene­dig

Eine der­art geschraubt-mani­rierte Spra­che, die den Ver­such dar­stellt, per­ma­nent Auf­merk­sam­keit zu hecken, ver­trage ich ein­fach nicht – die zweite Pleite mit Tho­mas Mann nach dem Zauberberg.

Hart­mut König
» War­ten wir die Zukunft ab

Hart­mut König war in der DDR ein FDJ- und Kul­tur­funk­tio­när. Er war aber auch Musi­ker, Tex­ter, und Mit­be­grün­der des legen­dä­ren Okto­ber­clubs der DDR. Des­sen Aktio­nen und Lie­der zur Unter­stüt­zung der Dik­ta­tur­op­fer in Chile unver­ges­sen sind. Soll man ihm noch Refe­renz erweisen?

Georg Her­mann
» Dok­tor Herz­feld

Herz­felds Gänge durch den Ber­li­ner Wes­ten erin­nern in ihrer Sze­ne­rie an den Fla­neur Franz Hes­sel, tref­fend schöne Stadt­bil­der, Gänge in der Ein­sam­keit unter Mil­lio­nen. Die Sze­ne­rie kippt mit dem Ein­tritt in das große Schlach­ten des 1. Weltkriegs.

Antje Voll­mer / Hans-Eckardt Wen­zel
» Kon­rad Wolf – chro­nist im jahr­hun­dert der extreme

Über sei­nen Bru­der Mar­kus, Chef des Aus­lands­ge­heim­dienst der DDR, weiß man viel mehr als über Kon­rad. Dabei war er einer der wich­tigs­ten Fil­me­ma­cher die­ser deut­schen Repu­blik, ein unge­heuer facet­ten­rei­cher Kul­tur­ar­bei­ter. Antje Voll­mer und H.-E Wen­zel beleuch­ten warum.

B. Tra­ven
» Das Toten­schiff

Eines der bekann­tes­ten Bücher aus der als Aben­teu­er­ro­mane ver­kann­ten Reihe von Arbei­ter­li­te­ra­tur des deut­schen Exil­li­te­ra­ten B. Tra­ven. Heute so gut wie vor fast 100 Jahren.

Wil­helm Raabe
» Romane und Erzäh­lun­gen, Band 1

W. Raabe zählt zu den deutsch­spra­chi­gen »Klas­si­kern« wie Bren­tano, Her­der, Les­sing, Kel­ler, oder C. Mor­gen­stern. Lohnt es sich heute noch sein bekann­tes­tes Werk, „Die Chro­nik der Sper­lings­gasse« zu lesen?

Ulla Hahn
» Auf­bruch

Der 2. Band des Hilla Palm Quin­tetts, des auto­bio­gra­fi­schen Aus­bruchs der Autorin aus rhei­nisch-katho­li­scher Pro­vin­zenge in die Welt des bun­des­re­pu­bli­ka­ni­schen Auf­bruchs der spä­ten Sech­zi­ger. Eine Wor­te­samm­le­rin mit der Zau­be­rei meis­ter­haf­ter klei­ner Sze­nen, des Auf­bruch ins Wis­sen und die Lösung von einem Vater, dem die Lese­lust einst mit dem Och­sen­zie­mer aus­ge­trie­ben wurde. Bun­des­deut­sche Eman­zi­pa­ti­ons­ge­schichte vom Feinsten!

Alice Berend
» Die Bräu­ti­game der Babette Bom­ber­ling

Ein Roman, der wie die meis­ten Fol­gen der RIAS Ber­lin Hör­spiel-Serie »Damals war’s«, in der Ber­li­ner Mit­tel­schicht des 19. Jahr­hun­derts spielte. Die 17-jäh­rige Babette, ver­wöhnte Toch­ter des Sarg­fa­bri­kan­ten (!) Bom­ber­ling, soll hei­ra­ten, sonst will die Erb­tante ihr Geld aus dem ohne­hin gerade schlecht lau­fen­den Geschäft her­aus­zie­hen. Wie das Büch­lein mit nahezu »Käs­t­ner­scher Lako­nie« lese­wert wird.

Erd­mann Gra­e­ser
» Eis­rieke

Einer der inhalts­rei­che­ren Bände zur RIAS-Serie »Damals war’s«. Die Geschichte eines Alt-Ber­li­ner Ori­gi­nals, der »Eis­rieke«, einer alten Dame, die jeden Win­ter in alter­tüm­li­cher Klei­dung zum Eis­lau­fen am Neuen See in Tier­gar­ten kommt. Aber auch ein Buch über die Ver­hee­rung von Stan­des­vor­ur­tei­len und zur Frage: Wer oder was ist eigent­lich »ver­rückt«?