
Theodor Fontane
» Irrungen, Wirrungen
| Autor: | Theodor Fontane (Deutschland, 1888) |
| Titel: | Irrungen, Wirrungen |
| Ausgabe: | dtv Klassik, 1994 |
| Erstanden: | Aus dem Fundus meiner Frau |
Es war mal wieder Zeit, etwas »Altes« zu lesen. Mit diesem Fontane-Titel bekam ich auch ein »klassisches Alt-Berlin« Buch: Als der Zoologische Garten (Zoo) noch vor den Toren der Stadt lag. Als nach Tegel bestenfalls Militär unterwegs war, und das Berlinische, also der heimische Dialekt, massiv mit französischen Ausdrücken durchsetzt war. »Ick hau Dir aus’m Chemisett«, oder »Det kann ick nicht aus der Lameng«, so lautete das damals, und bei gebürtigen und in der Stadt verwurzelten Berlinern bis heute.
Dieser Fontane erzählt von einer von vornherein zum Scheitern verurteilten Liebe zwischen dem Militär, dem adligen Nichtstuer Botho, und dem Arbeitermädel Lene. Botho, zu feige sich aus seinen Standesvorurteilen zu lösen, gibt die Liebe seines Lebens komplett zugunsten einer dummen, aber reichen »Pute« auf.
Ein Buch, dessen melancholische Stimmung den Leser nachdenklich macht – zeitgenössisch wurde es sage und schreibe als »gräßliche Hurengeschichte« verfemt.
Melancholischer Klassiker deutscher Literatur
2018 rezensiert, Adel, Arbeiterin, Berlin, Militär, Theodor Fontane
