Gustav Meyrink
» Der Golem
| Autor: | Gustav Meyrink (Deutschland, 1915) |
| Titel: | Der Golem |
| Ausgabe: | Bertelsmann, nach Langen/Müller, 1972 |
| Erstanden: | Antiquarisch vom Landbuchhandel Kross, Bippen |

Es ist eine schöne Ausgabe (mit den Illustrationen des Pragers Hugo Steiner), eines Buchs, das nur scheinbar mit dem sagenhaften »Golem«, diesem Kunstwesen der jüdischen Überlieferung, zu tun hat. Und nur, wenn man zu der engere Beziehungen hat, wird man die Erzählung wirklich würdigen können; ich konnte es daher nur zum Teil. Ein Roman, der in den mystischen Mauern des alten Prags als ein gutes Stück fantastischer, mitunter verworrener Literatur daher kommt. Die Großen des Genres (Poe & Hoffmann) jedoch nur streckenweise ereicht. Mit vieler düsterer Fantastik, Reminiszenzen an das Völkergemisch des alten Prags, sein Judenviertel (vgl. Kisch!), mit schaurigen Stimmungsbildern, mystischen Frauengestalten, dem geheimnisvollen Nachtleben, einem verwirrenden Spiel mit den eigenen Erinnerungen des Erzählers. Und dem überraschenden Ende Jahre später, das historische Judenviertel abgerissen, der Erzähler begegnet sich selbst!
Es ist schon ein schönes, eindrucksvolles Stück früher Fantasy, ein Stimmungsbild vergangener jüdischer und Prager Zeiten im damaligen Vielvölkergemisch; wobei bis zuletzt nicht ganz klar wird, welche Geschichte eigentlich erzählt werden soll.
Je nach eigener Position zu Fantasy und jüdischer Mystik:
Mehr oder weniger empfehlenswert
2016 rezensiert, Fantasy, Gustav Meyrink, Judenviertel, Prag, Sagenfigur