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Vietnam

Kim Thúy
» Der Geschmack der Sehnsucht

Autor:Kim Thúy (Kanada, 2013)
Titel:Der Geschmack der Sehnsucht
Aus­gabe:DTV, 2015
Über­set­zung:Andrea Alver­mann und Bri­gitte Große
Erstan­den:Buch­hand­lung Volk, Recke. gele­sen mit dem Lite­ra­tur­kreis Hopsten

Vietnam

Die­ses schmale Buch einer mit den Boat peo­ple aus Viet­nam geflüch­te­ten Viet­na­me­sin, die sich im fer­nen Kanada als Köchin durch­setzt, ist eine kleine Perle. Denn es bringt dem Leser eine sehr fremde Kul­tur näher, macht sie fas­zi­nie­rend reiz­voll. Thúy ist lehr­reich über das viet­na­me­si­sche Anders­sein, beim Essen, bei der Spra­che, der Begeg­nung von Frem­den, dem Tref­fen zwi­schen Frau und Mann.

Eine beson­dere Klasse stel­len die ein­ge­streu­ten Lyrik­stücke dar, ebenso klug wie die viet­na­me­si­schen Wör­ter als Mar­ginalien. Sie spricht über den Riss, der durch das Land, das Volk ging und über die Viel­sei­tig­keit und Mehr­deu­tig­keit der viet­na­me­si­schen Spra­che. Gleich­zei­tig ist das Buch eine ein­zige Koch- und Back­ode! Bestechend der Satz: »Unsere lang­sa­men Züge, die den All­tag der Men­schen ent­lang der Gleise tref­fen.« Ent­schleu­ni­gung pur.

Und allen Heli­ko­pter-Eltern sei die Pas­sage emp­foh­len, in der die Mut­ter sagt, sie möchte Fähr­mann und Brü­cken­bauer für ihre Kin­der sein.

Auch wenn der Erzähl­fa­den nicht ganz bis zu Ende trägt, ein Kleinod –

sehr lesens­wert

2016 rezensiert, Boat people, Kanada, Kim Thúy, Vietnam