Daniel Hope
» Wann darf ich klatschen?
| Autor: | Daniel Hope (Deutschland, 2009) |
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| Titel: | Wann darf ich klatschen? |
| Ausgabe: | Rowohlt Taschenbuch, 3. Auflage 2013 |
| Erstanden: | Buchhandlung Volk, Recke |

Ein amüsanter Klassikkonzert-Wegweiser des renommierten britischen Violonisten Daniel Hope, der dies zusammen mit dem deutschen Journalisten Wolfgang Knauer (NDR) entwickelt hat.
Auch für mich als Konzertgänger war viel Lehrreiches im leicht zu lesenden Text enthalten. Z. B., seit wann es Dirigenten gibt und warum heutige Synfonieorchester einen brauchen.
Elegant vermittelt Hope die unterschiedlichen Epochen klassischer Musik, berichtet über kostbare Instrumente und wie man »schwere Stücke« leichter verstehen kann. Wie Proben ablaufen, über Funktionen im Orchester (Stimmführer), Rivalitäten, den schweren Stand von Frauen, Diskussionen um Kammerton A und Schwierigkeiten mit dem absoluten Gehör (Hope besitzt es nicht). Dass er sich Veränderungen im dogmatisch-durchorganisierten Konzertbetrieb wünscht, hin zu mehr Spontanität. Dass jede Aufführung nur eine Annäherung ans Werk ist, »richtig oder falsch« gibt es nicht. Wie Solisten und Dirigent sich eine Partitur erarbeiten – sehr viel Lehrreiches verständlich transportiert. Ein kleiner Höhepunkt des sonst etwas trockenen Textes die eingeklinkte Beschreibung eines Konzerts von Paganini (ein früher Showstar) durch Heinrich Heine – traumhaft. – Das ist ein nettes Büchlein mit viel Wissen aus dem Musik- und Konzertbetrieb, selbst wenn die Titelfrage nicht umfassend beantwortet wird:
Informativ und amüsant
Nachtrag: Im Februar 2023 hatte ich Gelegenheit, Daniel Hope im Berliner Konzerthaus zu erleben, Benjamin Britten sowie die 6. von Tschaikowsky standen auf dem Programm. Es war ein berauschendes Erlebnis mitsamt einigen Zugaben. Zugaben, die er zudem charmant moderierte. In der Pause konnte man CDs von ihm erwerben, die von seinen Söhnen im Foyer verkauft wurden, ein Familienerlebnis also. Eine Konzertkritik gibt es hier.
In der Veranstaltungsreihe »Hope@9pm« bringt er Talk und Musik zusammen, wiederum im Konzerthaus, ab 2026.
Mehr zum Autor und Künstler hier.
2016 rezensiert, Daniel Hope, Klassik, Konzert, Konzerthaus Berlin