Martha Feuchtwanger
» Nur eine Frau
| Autor: | Martha Feuchtwanger (Deutschland, 1983) |
| Titel: | Nur eine Frau |
| Ausgabe: | Aufbau Verlag DDR, nach Albert Langen, 1983 |
| Erstanden: | Antiquarisch vom Landbuchhandel Kross, Bippen |

Es sind die verblüffend unpolitischen, stellenweise dummen Memoiren der Frau des höchst politischen deutschen Schriftstellers Lion Feuchtwanger. Die meist an gelungene Reiseberichte durchs alte Europa und Klatschreportagen aus den damaligen Kultur-Bohemes und Haute Volées erinnern. Denn dank des finanziellen Erfolg Feuchtwangers wohnte man in einer Villa im Berliner Grunewald und verkehrte in besten Kreisen. So auch mit dem jungen Brecht (im Titelbild links oben), der sie zum Umzug von München nach Berlin animierte und dem Feuchtwanger für seine Moritat vom Mackie Messer den Titel »Dreigroschenoper« gab. Und der sich gegenseitig mit Sinclair Lewis (nach der USA-Emigration) beeinflusst hat. Wenn die Autorin nicht in einer derart irren Zeit und so spannenden Umständen gelebt hätte, die sie selbst nicht verstanden hat (»Hindenburg – das kleinere Übel«), wäre das Buch eher unbedeutend gewesen. So aber
ganz nett.
2016 rezensiert, Deutschland, Emigration, Europa, Lion Feuchtwanger, USA