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Beatrix-Potter

Mar­ga­ret Lane
» The tale of Bea­trix Potter

Autor:Mar­ga­ret Lane (Groß­bri­tan­nien, 1968)
Titel:The tale of Bea­trix Potter
Aus­gabe:Coll­ins Fon­tana Books, 1970, eng­li­sche Originalausgabe
Erstan­den:Chel­ten­ham Lite­ra­ture Fes­ti­val, 2016

Beatrix-Potter

Wie man mei­nem Blog zum Chel­ten­ham Lite­ra­ture Fes­ti­val ent­neh­men kann, war das dor­tige Bea­trix Pot­ter Panel im »Spie­gelt­ent« eines der ein­druck­volls­ten. Und Mar­ga­ret Lanes Bio­gra­fie zu einer der wich­tigs­ten bri­ti­schen Kinderbuch­auto­rin des 20. Jahr­hun­derts ist eine inten­sive, wort­starke Zeich­nung einer ebenso spe­zi­el­len, wie ein­drucks­vol­len Frau.

Deren unglaub­li­ches Zei­chen­ta­lent und über­bor­dende Fan­ta­sie und Schaf­fung ihrer Figu­ren (Peter Rabitt, Mrs. Titt­le­mouse, Mr. Tod, Jemima Puddle-Duck) schei­nen letzt­lich aus der Not einer jahr­zehn­te­lan­gen vic­to­ria­nisch-patri­ar­cha­li­schen Ein­en­gung ent­spros­sen zu sein. Einem Leben, in dem der ver­mö­gende Vater sei­ner über­be­hü­te­ten und über 40-jäh­ri­gen Toch­ter noch Vor­schriften bezüg­lich der Part­ner­wahl machen wollte. Eine in äußers­ter Ein­sam­keit auf­ge­wach­sene Frau, denn nur Jun­gen durf­ten in öffent­li­che Schu­len gehen. Für die es nach dem dop­pelt ein­ge­eng­ten Stadt­le­ben in den aus­ge­dehn­ten Land­ur­lau­ben (Schott­land) erst das wenig kon­trol­lierte Spiel mit Gleich­alt­ri­gen gab, wohl der Aus­lö­ser für ihre spä­tere inten­sive Liebe und ihren Wohl­ta­ten für das Land­le­ben. Wobei sich mit der Puber­tät Bea­trix Ein­sam­keit noch ver­stärkte, ein Hund ist ihr Gefährte, und wie beim Leben auf dem Land beob­ach­tet sie inten­siv. Die (Tier-)-Zeich­nungen wer­den ihr krea­ti­ves Ven­til für sonst nicht aus­zu­le­bende Fan­ta­sien und Schöp­fer­kraft, offen­bart ange­regt durch die Mena­ge­rie ihres Bru­ders – Jun­gen durf­ten viel, was Mäd­chen ver­bo­ten war. – Eine Inter­pre­ta­tion der Schaf­fung ihrer illus­trier­ten Tier­ge­schich­ten ist die, dass sie nie die Kind­heit auf­ge­ben wollte und ihr mit ihren Mär­chen der ver­mensch­lich­ten Tiere wei­ter nahe sein wollte. Deren Schrei­ben ab dem 30. Lebens­jahr begann und mit 47 und der Hei­rat ihres Rechts­an­walt Wil­liam Hee­lis abrupt endete, sie nannte sich fortan Mrs. Hee­lis. Span­nend: Wie sie große Teile ihrer Bücher in den Brie­fen an die Kin­der ihrer ehe­ma­lige Gou­ver­nante vor­weg­nahm, so auch das bekann­teste »The adven­tures of Peter Rab­bit«. Diese gut 15 Jahre gro­ßer Krea­ti­vi­tät ver­schaff­ten ihr Ruhm und Reich­tum, bei­des nutzte sie, um große Teile des Lake dis­trict weit vor­aus­schau­end unter Natur­schutz (»Natio­nal trust«) zu stel­len. Immer wie­der erhält sie Buch­an­re­gun­gen von Kin­dern, wäh­rend sie die erste Autorin ist, die Geschich­ten gleich­zei­tig in Text und Bild kre­eirt. Sie kann nur Tiere zeich­nen, Men­schen nie. Wei­tere Inspi­ra­tio­nen erhält sie von den Tie­ren auf dem ange­schaff­ten Bau­ern­hof, auf dem sie ein lan­ges erfüll­tes Leben lebt. Ihre Geschich­ten ver­ra­ten dazu viel vom dama­li­gen Land­le­ben. Was für eine Frau, was für eine schöne, wort­ge­wal­tige Biografie.

A fasci­na­ting bio­gra­phy of one of the most important Bri­tish child­ren book aut­hors, very well writ­ten, loo­king into many aspects of a female wri­ters life, off­spring off a Vic­to­rian age.

Quite recom­men­da­ble / sehr empfehlenswert

2016 rezensiert, Kinderbuch, Margaret Lane, Märchen, Naturschutz, Tierfiguren