Skip to main content
Abbas-Kider-Ohrfeige

Abbas Khi­der
» Ohr­feige

Autor:Abbas Khi­der (Deutsch­land, 2016)
Titel:Ohr­feige
Aus­gabe:Bücher­gilde Guten­berg, 2016
Erstan­den:Bücher­gilde Gutenberg

Abbas-Kider-Ohrfeige

Das ist die humor­voll erzählte Geschichte des Irak Flücht­lings Karim. Khi­der erzählt bestechend und betrof­fen machend das Flücht­lings­le­ben in den Hei­men, das Aus­ge­lie­fert­sein der Büro­kratie, die unwür­dige Rand­exis­tenz mit­ten im reichs­ten Land Euro­pas. Das Träu­men vom bes­se­ren Leben, das War­ten auf den Asyl­be­scheid. Die Lan­ge­weile, der feh­lende Kon­takt zu den Deut­schen, feh­lende Frauen, Psy­cho­sen der Heiminsassen.

Gelun­gen-wit­zig »Der Döner­bu­den­in­dex«, »das Beamtenzimmer­roulette«. Das trau­rig wahre Wochenend«vergnügen«, sich für bezahl­ten Sex ver­kau­fen. Die Büro­kra­tie­schleife Job-Abi-Deut­sch­­kurs-Obdach­lo­sen­heim. Die Para­noia, die nach dem 9. 11. ein­setzt. Der Irak­krieg: Wie man sich ent­schei­den soll zwi­schen »Scheiße und Scheiße«.

Auch wenn Khi­der in man­chem über­treibt (wie mit der Trans­se­xua­li­tät des Karim), ihm gelingt eine ein­drück­li­ches Stück über die Mühle, durch die Deutsch­land Flücht­linge dreht und wie schwer diese zu über­le­ben ist. Das ist nicht so lite­ra­risch und sprach­lich anspruchs­voll wie Erpen­becks »Gehen-Ging-Gegan­gen«, spricht aber ebenso bit­tere Wahr­hei­ten anno 2016 aus und ist gut und locker zu lesen.

Sehr lesens­wert

2016 rezensiert, Abbas Khider, Flüchtlinge, Irak, Migration