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Unterleuten

Juli Zeh
» Unter­leu­ten

Autor:Juli Zeh (Deutsch­land, 2016)
Titel:Unter­leu­ten
Aus­gabe:Luch­ter­hand, 2016
Erstan­den:Anti­qua­risch

Unterleuten

Ein wei­te­rer Beweis dafür, wie sehr Best­sel­ler­lis­ten täu­schen kön­nen: Ein Buch wie eine Kli­schee­samm­lung, keine aus­ge­ar­bei­te­ten Cha­rak­tere, Bran­den­bur­ger Dorf­be­woh­ner, wie Klein-Erna sie nach zwei Kaf­fee­fahr­ten zu ken­nen meint, Schmerz lass nach!

Bos­hafte Abzieh­bil­der statt ernst­haf­ter Cha­rak­tere, nicht ein­mal den (Ex-)Uniprof (aus dem Autor­in­nen­mi­lieu) bekommt Frau Zeh glaub­haft hin – man ver­glei­che etwa mit der tra­gen­den Per­son bei Erpen­becks meis­ter­haf­tem »Gehen-ging-gegan­gen«!

Das alles erstickt bei kunst­lo­ser Spra­che in Kli­schees und ver­brei­tet auf Dauer große Langeweile.

Wie die lite­ra­risch meist ahnungs­lose Main­stream-Pos­tille »Spon« bemerkt, ein »Anti-Wind­kraft-Roman«, von der pösen, pösen Wind­ener­gie, die eine (eigent­lich nicht vor­han­dene) Dorf­ge­mein­schaft zer­stört. Was jeder Stra­ßen­bau, jedes Gewer­be­ge­biet und jeder Strom­lei­tungs­bau genauso hin­be­kommt und in die­ser Repu­blik jeden Tag tut. Denn nicht die Wind­ener­gie, son­dern ihre Rea­li­sie­rung in einem pri­vat­wirt­schaft­li­chen Sys­tem ist die eigent­li­che Ursa­che der sozia­len Zerstörung.

Diese Autorin, eine intel­lek­tu­ell getarnte Rosa­munde Pilcher, die aber so fernab von sozia­len Fol­gen wirt­schaft­li­cher Rea­li­tä­ten lebt, sollte bes­ser bei Feuil­le­ton-Tex­ten blei­ben und nicht Bücher aus völ­li­ger Inkom­pe­tenz herausbringen.

Ange­le­sen … und weggelegt

2017 rezensiert, Brandenburg, Dorfleben, Klischees, Windkraft