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Willemsen-wer-wir-waren

Roger Wil­lem­sen
» Wer wir waren

Autor:Roger Wil­lem­sen (Deutschland,2016)
Titel:Wer wir waren
Aus­gabe:S. Fischer, 2012,
Erstan­den:Buch­hand­lung Volk, Recke

Willemsen-wer-wir-waren

So sym­pa­thisch mir Roger Wil­lem­sen als Autor und Publi­zist immer war, so kom­pli­ziert fand ich seine Bücher. Das geht mir mit die­sem nach­ge­las­se­nen Titel nicht bes­ser. Viel Richtiges:

  • Smart­phones haben nur die Flüch­tig­keit des Kon­su­mie­rens hervorgebracht,
  • »… digi­tale Par­al­lel­welt des Sozia­len, die sich vor die Rea­li­tät die­ses sozia­len Aso­zia­len schiebt.«,
  • »unsere Exis­tenz­form ist die Rasanz …«, der Typ des 2nd-Screen-Men­schen, der ohne Par­al­lel­hand­lun­gen die Welt nicht mehr erträgt;
  • selbst im öffent­li­chen Raum ver­schwin­den die Tran­sit­zo­nen des rei­nen War­tens, die Fris­ten der nicht-effek­ti­ven Zeiten;
  • unser Bei­trag zur Geschichte: Selbst­op­ti­mie­rung und totale Ver­füg­bar­keit der Person

um ein paar der prä­gnan­tes­ten Aus­sa­gen zu nennen.

Das ist eine äußerst nach­voll­zieh­bare Kri­tik an der heu­ti­gen »Auf­merk­sam­keits­ge­sell­schaft«. Lei­der ver­liert Wil­lem­sen dabei sich in kom­ple­xen Text­ge­bil­den, hin­ter denen man am Ende die Aus­sage nicht mehr fin­det. Dass man nur müh­sam – am Schreib­tisch – Neben­satz für Neben­satz ent­wir­ren kann. Und das so den größ­ten Teil sei­ner wün­schens­wer­ten öffent­li­chen Wirk­sam­keit ver­liert – schade.

Für Fans und viel­leicht »Schreib­tisch­le­ser«

2017 rezensiert, Roger Willemsen, S. Fischer