Zum Hauptinhalt springen
Queen

A. N. Wil­son
» The Queen

Autor:A. N. Wil­son (GB, 2016)
Titel:The Queen
Aus­gabe:Atlan­tic books Lon­don, 2016, eng­li­sche Originalausgabe
Erstan­den:Signed by the aut­hor at Chel­ten­ham Lite­ra­ture Fes­ti­val 2016 

QueenNun fra­gen Sie sich womög­lich, wozu es heut­zu­tage (nach ihrem Tod im Sep­tem­ber 2022), noch einer Bio­gra­fie von Queen Eliza­beth II braucht? Ähm, darf ich Ihnen nach die­ser Frage emp­feh­len, wei­ter zu scrollen …

Soll­ten Sie dies aller­dings nicht fra­gen: Der sich in Chel­ten­ham (UK) beim Lite­ra­ture Fes­ti­val 2016 als über­zeug­ter kon­sti­tu­tio­nel­ler Mon­ar­chist »outende« BBC Kor­re­spon­dent A. N.Wilson stellte dort seine damals jüngste Bio­graphie über die Queen vor. Über­ra­schen­des Urteil (in Buch und Fes­ti­val Panel): Die Queen sei »dull« (= lang­wei­lig) im bes­ten Sinne. Einer­seits, weil sie nicht für unan­ge­nehme Über­ra­schun­gen sorge (höchs­tens ihre Fami­lie …), ande­rer­seits weil man bei ihr defi­ni­tiv nicht befürch­ten müsse, dass sie unan­ge­mes­sen poli­tisch wird. Was den Bri­ten seit den Nazi­-E­s­ka­pa­den von Eli­sa­beth` Onkel, Edward VIII, ein höchst unan­ge­neh­mes Thema ist.

Es war die Krö­nung der Queen (1952), die das Fernsehzeital­ter ein­läu­tete, eine Köni­gin, die (reich wie sie ist) abge­se­hen von ihrer Renn­pfer­de­zucht offen­bar ein über­ra­schend »nor­ma­les« Leben führt. Wobei Wil­son ein­räumt, dass ihr per­sön­li­cher Reich­tum (> 400 Mio Euro) das ein­zig Skan­da­löse an ihr sei. Inter­es­sante Anmer­kun­gen zur jun­gen bri­ti­schen Geschichte, so zu den Ver­än­de­run­gen un­ter den Ex-Pre­miers Wil­son, That­cher und Blair. Scharf­sich­tig: That­cher hin­ter­ließ ein glo­ba­li­sier­tes Groß­bri­tan­nien = ein ame­ri­ka­ni­sier­tes Land. Erstaun­lich: Wie die eigent­lich zur poli­ti­schen Neu­tra­li­tät ver­pflich­tete Queen sich gegen That­chers Pro-Apart­heid Poli­tik in Afrika durch­setzte. Und man hätte bei Blair und That­cher froh sein müs­sen, dass diese »nur« Pre­miers und nicht auch noch Präsi­den­ten waren. Ebenso scharf­sin­nig seine rea­lis­ti­sche Be­schreibung der rie­si­gen Ver­än­de­run­gen in Großbri­tan­nien der letzte 64 Jahre – der Regie­rungszeit Queen Eliza­beth II. Abso­lut tref­fend die Bemer­kun­gen über den völ­li­gen Moral­ver­fall der bri­ti­schen Jour­naille beim Umgang mit den Royals, mit dem Ver­lust jeg­li­cher Privatsphäre.

Fazit des Autors: Am Ende des Lebens von Queen Eliza­beth II. war die Köni­gin popu­lä­rer denn je, sie war nicht nur respek­tiert, sie wurde geliebt. Es gab kei­nen Per­so­nenen­kult und die bri­ti­sche Mon­ar­chie hätte eine Zukunft, weil das Volk sie schätzt. Wer ihr Nach­fol­ger würde, sei völ­lig egal. Ande­rer­seits ist es auch ein Buch der (unge­woll­ten) Skur­ri­li­tä­ten: Eine zur Kari­katur gera­tene Schrei­bung der rus­si­schen Geschichte, absurde Dis­kus­sio­nen über Quali­täten der Queen, incl. ihrer Aus­spra­che des Eng­li­schen, die ver­rück­tes­ten Vor­stel­lun­gen, die sich ver­snobte Bri­ten von der Zeit­ge­schichte machen: Der erste Welt­kieg etwa als roya­ler Fami­lienstreit. – Als anglo­phi­ler Freund der Queen habe ich es gerne gele­sen, nur ist es nicht im Ansatz eine echte Bio­gra­fie, son­dern eine Samm­lung von Anmer­kun­gen eines stock­kon­ser­va­ti­ven bri­ti­schen Jour­na­lis­ten, die in eini­gen Times-Arti­keln bes­ser auf­ge­ho­ben wären. Anderer­seits ent­hält es viele über­ra­schend klare und rea­lis­ti­schen Ansich­ten zur Zeit­ge­schichte. Daher nicht nur für Queen-Fans und Mon­ar­chis­ten stre­cken­weise inter­es­sant und

les­bar


Backside-lilibeth
Book’s flip­side: Young »Lili­beth«, as the Queen was cal­led in her childhood

Not a real bio­gra­phy but a series of inte­res­t­ing remarks about the Queen, her reig­n­ship and the his­to­ri­cal chan­ges in and around GB in these times. Wil­son, who outed hims­elf as a »con­sti­tu­tio­nal mon­ar­chist« at his Chel­ten­ham Lite­ra­ture fes­ti­val panel, jud­ges the Queen to be »dull«. But this is meant as a com­pli­ment. `Cause one has not to be frigh­tened of sthg. like the Nazi-esca­pa­des of her uncle, the late Edward VIII.

It was the Queens coro­na­tion in ’52, which intro­du­ced the age of TV, a Queen who leads a sur­pri­sin­gly nor­mal life, apart from her per­so­nal affluence (>400 Mill Euros) and her racing hor­ses. In this book you’ll find asto­nis­hing poin­ted remarks on Bri­tish history of the last 30 years and its Prime minis­ters: Wil­son, Blair and That­cher. The iron Lady beqea­thed a glo­ba­li­zed and ame­ri­ca­ni­zed coun­try. Strikin­gly the Queen oppo­sed That­cher, esp. with her pro apart­heid policy.

Wil­sons says Brits should have been happy, that Blair and That­cher were »only« Prime minis­ters – and not presidents.

He’s also quite per­cep­tive in describ­ing the huge chan­ges in Bri­tain during the last 64 years – the time of Eliza­beth II reig­n­ship. Quite incisevly his remarks on the total loss of any moral in Bri­tish tabloids with regard to the pri­vate life of the Royals.

The aut­hors resu­mée: Towards the end of her life, the Queen is more popu­lar than ever, she’s not only respec­ted, but bel­oved. There’s no per­so­na­lity cult on her, and the Bri­tish mon­ar­chy has a per­spec­tive, because the peo­ple hold the Queen in high esteem. It doesn’t mat­ter at all who’s going to be her successor.

While these were the well apre­cia­ted parts of the book, on the other hand you’ll find a num­ber of real oddi­ties, some of them appar­ently unin­ten­tio­nal: Wil­sons trip on rus­sian history can only descri­bed as a cari­ca­ture, there are absurd dis­cus­sions on the Queens skills incl. her pro­no­un­cia­tion of Eng­lish. And some totally crazy snobby Bri­tish ideas of the world: The first world war was not­hing but a family row!

AN-Wilson
The aut­hor, stun­nin­gly incor­rect dres­sed here.

Well, I’m anglo­phile and a Queens admi­rer and the­r­e­fore like the book, alt­hough it’s not a bio­gra­phy at all, but a coll­ec­tion of remarks by an ultra-con­ser­va­tive jour­na­list, bet­ter to be published in the Sun­day Times. On the other hand he shows some cun­nin­gly rea­li­stic view of con­tem­po­rary Bri­thish history. Which makes the book (in parts) a good­read and not only for fans of the Queen and other royalists

rea­da­ble

2016 rezensiert, Elizabeth II, Geschichte, Königin, Premierminister, Reichtum, Skurilitäten