Steineckert-230

Gisela Stein­eckert
» Eines schö­nen Tages

Autor:Gisela Stein­eckert (2016)
Titel:Eines schö­nen Tages – Erinnerungen
Aus­gabe:Ver­lag Neues Leben, Ber­lin, 2016
Erstan­den:Ein Tipp mei­ner Frau

Steineckert-330

Ohne die 85-jäh­rige Gisela Stein­eckert wäre die DDR-Kul­tur nicht zu den­ken gewe­sen, Lyrik, Schla­ger- und Rock­texte, Film­bü­cher – was hat sie nicht alles geschrie­ben? Für mich genial die Über­set­zung / Nach­dich­tung der Maut­hau­sen Kan­tate von Theodorakis.

Da ist es kein Wun­der, dass die Autorin nahezu jede kul­tu­relle Größe des 2. deut­schen Staa­tes kannte und aber auch mehr als nur dar­über schrei­ben kann. Gelun­gene Texte zu Man­dela, der Flücht­lings­welle, die jetzt in das Land der daran Schul­di­gen schwappt, oder zum rei­chen Thea­ter­le­ben der DDR (mit jah­re­lang aus­ver­kauf­ten Vor­stel­lun­gen) fin­den sich ebenso.

Nur ver­misst man in ihren zahl­rei­chen Erin­ne­run­gen, ihrem nost­al­gi­schen Quer­schnitt durch popu­läre DDR Kul­tur lei­der fast durch weg den Tief­gang. Das gilt für eine sehr merk­wür­dige Nähe­rung an die Tra­gö­die Kurt Demm­lers, ohne den die Rock­mu­sik der DDR arm gewe­sen wäre. Nett-fla­che His­tör­chen über eine der Größ­ten der Frau­en­li­te­ra­tur, Irm­traud Mor­g­ner, aber aus­ge­rech­net der kann sie nicht fol­gen, eigent­lich pein­lich. Und zur Per­son der Stein­eckert selbst war das 2011 erschie­nene »Immer ich« weit auf­schluss­rei­cher. Und lau­tet das bedau­er­li­che Fazit, dass die hier nie­der­ge­leg­ten Erin­ne­run­gen größ­ten­teils intel­lek­tu­el­ler Klatsch und Tratsch sind.

Muss man nicht lesen

2016 rezensiert, DDR, Gisela Steineckert, Verlag Neues Leben