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Sowjetliteratur

Schrift­stel­ler­ver­band der UdSSR
» Sowjet­li­te­ra­tur Nr. 3, 1959

Autor:Schrift­stel­ler­ver­band der UdSSR (UdSSR, 1959)
Titel:Sowjet­li­te­ra­tur Nr. 3, 1959
Aus­gabe:Heft 3, 1959
Erstan­den:Anti­qua­risch
Sowjetliteratur
Lei­der etwas lädiert (Rot­wein oder Ker­zen­wachs?), meine Aus­gabe von »Sowjet­li­te­ra­tur«, Nr.3 des Jahr­gangs 1959.

Eben­falls in einem anti­qua­risch bestell­ten Kon­vo­lut fand ich die 3. Aus­gabe der Zeit­schrift »Sowjet­li­te­ra­tur« aus dem Jahr 1959 – schon fast antik anmu­tend, aber mit lesens­wer­ten Inhal­ten (vgl. hier). Den größ­ten Teil nimmt die Erzäh­lung »Die Brü­der Jer­schow« (1959) von Wsewo­lod Kot­sche­tow und die Kri­ti­ken dazu ein. Es sind mäßig gelun­gene Bil­der aus dem All­tag der Men­schen eines sowje­ti­schen Hüt­ten­werks, ihrer Kon­flikte und Aus­ein­an­der­set­zun­gen. Ins­ge­samt sozu­sa­gen ein »schwa­cher Gra­nin«. Man sieht, wie schwer sich 1959 Autoren noch mit Kri­tik am sowje­ti­schen All­tag taten. Man­che der Buch­kriti­ken in die­ser Aus­gabe dage­gen sind fürch­ter­lich scha­blo­nen­haft und ner­ven mit ihren ste­reo­ty­pen »Par­tei­vo­ka­bu­lar«. Dane­ben ste­hen aber viel­fäl­tige Bei­träge aus dem Kul­tur­le­ben des Viel­völ­kerstaats Sowjet­union, so mit einer Schrif­t­ent­wick­lung für die Kur­den (!) und einem sehr schö­nen Arti­kel zum 100. Geburts­tag des jüdi­schen Schrift­stel­lers Scholem-Ale­jchem. Des­sen Werke waren bis zu die­sem Zeit­punkt in der UdSSR in einer Auf­lage von 5,5 Mil­lio­nen ver­öf­fent­licht wor­den. Auf die hier ebfs. vor­han­dene Rezen­sion des Gra­nin-Romans »Nach der Hoch­zeit« wird spä­ter ein­zu­ge­hen sein.

Antik, aber nicht uninteressant


Nach­trag: Nicht in der DDR auf­ge­wach­se­nen Lesern muss man etwas zur »Sowjet­li­te­ra­tur« erklä­ren. Das war eine monat­lich (bis 1990) erschei­nende Zeit­schrift, her­aus­ge­ge­ben vom sowje­ti­schen Schrift­stel­ler­ver­band. Die es auch in einer deutsch­spra­chi­gen Aus­gabe, sowohl auch in eng­li­scher (Soviet Lite­ra­ture) fran­zö­si­scher (Let­t­res Sovie­ti­ques) Über­set­zung gab. Hinzu kamen Aus­ga­ben auf Pol­nisch, Slo­wa­kisch, Spa­nisch, Tsche­chisch und Ungarisch.

Nicht sel­ten wur­den spä­tere Best­sel­ler aus einer der sowje­ti­schen Repu­bli­ken hier, teils in meh­ren Fol­gen, in der Sowjet­li­te­ra­tur erst­ver­öf­fent­licht. Das galt auch für Werke, die als umstrit­ten gal­ten oder der Zen­sur zum Opfer fal­len soll­ten. Für man­chen jun­gen Autor und noch unbe­kannte Titel konnte eine Ver­öf­fent­li­chung in der »Sowjet­li­te­ra­tur« zum Sprung­brett wer­den. In Abwe­sen­heit der im Wes­ten übli­chen Ver­mark­tungs­me­cha­nis­mem kam einer Ver­öf­fent­li­chung in die­ser Zeit­schrift eine ganz beson­dere Rolle zu.

2018 rezensiert, Schriftstellerverband, Sowjetunion