Zum Hauptinhalt springen
35455876n

Alice Ber­end
» Bru­ders Bekenntnis

Autor:Alice Ber­end, (Deutsch­land, 1922)
Titel:Bru­ders Bekenntnis
Aus­gabe:tre­di­tion clas­sics, 2011
Erstan­den:Anti­qua­risch erworben
35455876n
Cover der bei uns lei­der ver­schol­le­nen Ausgabe

Die weit­ge­reiste Autorin und Schwä­ge­rin von Lovis Corinth, Alice Ber­end, 1935 vor den Nazis nach Flo­renz geflüch­tet, hat unter ande­rem schöne Bücher mit »Damals wars- Geschich­ten aus dem alten Ber­lin« produziert.

Hier haben wir eine rela­tiv alberne Geschichte, die aus der Per­spek­tive des Hun­des »Bru­der«, dem Dober­mann des Sena­tors Eber­haus, erzählt wird. Men­schen sind Tiere, denen lei­der der Schwanz abhan­den gekom­men ist, dem Kör­per­teil der uni­ver­sel­len Ver­stän­di­gung, naja. In der Summe meist lang­wei­lig, eine über­flüs­sige, dumme Hun­d­e­posse (sagt nicht nur meine Katze Leominka). Ursprüng­lich ver­öf­fent­licht bei Albert Lan­gen 1922, viel­fach wie­der aufgelegt.

Höchs­tens für Hundefans

Nach­trag: Mar­kan­ter als der Inhalt des Buchs war ein sorg­fäl­tig gelet­ter­ter Zet­tel mit Daten zu die­sem Buch, wei­tere »Ex-Libris«-ähnliche fand ich in ande­ren Lie­fe­run­gen des Anti­qua­ri­ats, ebfs. zur Autorin Alice Ber­end. Die Ein­tra­gun­gen zu Werk und Autor waren vom Vor­be­sit­zer, dem Ber­li­ner Juris­ten und Biblio­phi­len Prof. Dr. Die­ter Lem­hoe­fer, sei­ner­zeit in Niko­las­see ansäs­sig. Lem­hoe­fer war Mit­glied des Ber­li­ner Biblio­phi­len Abend, einer Ver­ei­ni­gung von Buch­lieb­ha­bern, -Samm­lern, Biblio­the­ka­ren, Anti­qua­ren und Buch­händ­lern; so z.B. die Ber­li­ner Buch­lounge in Zehlen­dorf. Ich fühle mich im Geiste mit dem Vor­be­sit­zer und Buch­freund Dr. Lem­hoe­fer ver­bun­den, seine Minia­tur­ein­tra­gun­gen sind so schön, dass ich sie hier reproduziere.

Die­ses »Ex-Libris« führt Leben und Werk von Alice Ber­end auf, der ver­viel­fäl­tigte schwarze Text wurde anschlie­ßend an bestimm­ten Stel­len sorg­fäl­tig rot unterstrichen.

Mit die­sem Notiz­zet­tel wird das Buch »Bru­ders Bekennt­nis« der Ber­end belegt, unter sorg­fäl­tigs­ter Angabe aller für Biblio­phile wich­ti­gen Daten, auch hier wie­der peni­ble, teil­weise mit Rot­stift, auf­ge­führte Unterstreichungen.

Eine Notiz zu Wer­ken aus dem Anti­qua­riat Wal­traud Mate­rne in der Ber­li­ner Pari­ser Str.14, unweit davon wohnte mein Bru­der, die Straße (und der ganze Kiez) hat sich seit­dem weit­ge­hend ver­än­dert. Mate­rne gab einen Kata­log anti­qua­risch ver­füg­ba­rer Lite­ra­tur her­aus, aus dem der Samm­ler Lem­hoe­fer hier zitiert; aus­nahms­weise ist der Text zum Teil maschinengeschrieben.

A-Berend
Die Autorin auf dem Cover der »Barnes&Noble« Aus­gabe von »Bru­ders Bekenntnis«

In die­sen so akri­bisch notier­ten Infor­ma­tio­nen, gera­dezu zise­liert, mit 24 Zei­len auf nur 12cm Höhe, wird alles Wis­sens­werte zur Autorin, Werk (u.a. »Die Bräu­ti­game der Babette Bom­ber­ling«), Aus­gabe und dem Fund- bzw. Kauf­ort des Buchs auf Vor­der- und Rück­seite notiert; das Ganze wirkt schon vignet­ten­ar­tig. Auch die og. Buch­hand­lung mit­samt ihrem Anti­qua­riat gibt es nicht mehr. Die Rhein­str. 58, nahe der Kai­ser­ei­che, in Ber­lin-Frie­denau (Tem­pel­hof-Schö­ne­berg) beher­bergt heute ein Deko­ra­ti­ons- und Raum­aus­stat­tungs­ge­schäft. Die Geschäfte auf der Rhein­str. wech­seln schnell, wenn auch nicht ganz so schnell, wie auf dem Abschnitt zwi­schen Kai­ser­ei­che und Walther-Schreiber-Platz.

Man sieht, dass der in Niko­las­see woh­nende Samm­ler Lem­hoe­fer in Ber­lin unter­wegs war, um seine Schätze zu erwei­tern. Ein­la­gen wie diese Noti­zen, Zei­tungs­aus­schnitte, Gruß­kar­ten, Notiz­zet­tel, alte Rech­nun­gen u.v.m. sind oft das »Salz in der anti­qua­ri­schen Suppe«, sprich ein will­kom­me­ner Fund in so erwor­be­nen Büchern.

Dazu gibt es noch Ver­lin­kun­gen, Lem­hoe­fer war unter aan­de­rem Mit­glied im BBA, Ber­li­ner Biblio­phi­len Abend und in der Pirk­hei­mer Gesell­schaft. Die im Text erwähn­ten Vignet­ten, die ich hier repro­du­zie­ren wollte, sind lei­der seit unse­re­rem Umzug zurück nach Ber­lin verschollen 🙁

19. Jahrhundert, 2018 rezensiert, Alice Berend, Berlin, Damals wars