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Bogverden

Kers­tin Ekman
» Min bogverden

Autor:Kers­tin Ekman (Schwe­den, 2023)
Titel:Min bog­ver­den
Aus­gabe:Gyl­dendal, 2023, däni­sche Fassung
Erstan­den:Bog­han­del Oli­va­rius, Sva­n­eke, Bornholm
Über­set­zung:Kers­tin Ekman, Anne Marie Bjerg
Bogverden
Das Cover der von mir gele­se­nen däni­schen Ausgabe

Meine Bücher­welt – nichts ande­res beschreibt die Schwe­din Kers­tin Ekman in die­sem Buch, das sie als 90-jäh­rige ver­fasste. Und wie rezen­siert man ein Buch, das selbst vol­ler Rezen­sio­nen ande­rer Bücher steckt?

Mit 16 hatte sie ange­fan­gen zu schrei­ben, zunächst Kri­mis, von denen sie sich bald löste. Die Lite­ra­tur­his­to­ri­ke­rin wurde in der Fol­ge­zeit mit Aus­zeich­nun­gen über­häuft, u.a. mit dem Lite­ra­tur­preis des Nor­di­schen Rats, die höchste Aus­zeich­nung Skan­di­na­vi­ens. Rund 30 Werke habe ich in ihrer deutsch­spra­chi­gen Wiki gezählt. Und – Skan­dal – ich kannte kein ein­zi­ges davon, wie­wohl es so vie­les über­setzt gibt (siehe Anhang).

Abhilfe schaffte die kleine, aber feine Buch­hand­lung »Oli­va­rius« in der »schöns­ten Hafen­stadt Däne­marks, in Sva­n­eke auf Born­holm. Das Geschäft von Tina Lar­sen ver­schaffte mir an einem strah­len­den Herbst­tag einen »Made­leine-Moment«, wie ich im Nach­hin­ein erkannte. Erkannte das erst nach Abschluss des 1. Ban­des von Mar­cel Proust, »Auf der Suche nach der ver­lo­re­nen Zeit«. So wie Mar­cel die Erin­ne­run­gen an den Genuss des fran­zö­si­schen Fein­ge­bäcks mit einer Welt von Erin­ne­run­gen ver­bin­det, so sehe ich beim Lesen der »Bog­ver­den« die hohen Regale des so klei­nen »Oli­va­rius« vor mir, voll mit lite­ra­ri­schen Ver­lo­ckun­gen. Und eine kleine Kat­zen­reise vom Hafen, der Ost­see, Ærthol­men und den Klip­pen des Nor­dens ent­fernt – beim Lesen immer parat.

Denn Kers­tin Ekman ent­führt ihre Leser in die Welt ihrer Bücher und ihrer damit ver­bun­de­nen (Gefühls-)Welten. Homers Odys­see, Tol­stoi »Krieg und Frie­den«, der »Trol­domsbjer­get« (Th. Mann), Emily Brontë, Camus, H. Bang, C. Dickens, Iwan Tur­gen­jew; um nur einige der bekann­tes­ten zu nen­nen. Man­che Erin­ne­run­gen rüh­ren, so die auf einer Park­bank im Regen lie­gen gelas­sene Sopho­kles Leihaus­gabe der ört­li­chen Biblio­thek. Die Lip­pen ihrer frü­hen Liebe stell­ten sich damals als fes­seln­der her­aus als die Lek­türe. So ver­bin­det sie Bio­gra­fi­sches mit Lite­ra­ri­schem, ihre Ein­drü­cke bei ers­ter Lek­türe als Schü­le­rin, Teen­ager, Stu­den­tin. Ver­gli­chen mit der spä­te­ren Lek­türe, 30, 40, ja 50 Jahre spä­ter. Ein Reiz, den ich zuneh­mend selbst entdecke.

Ich schwärme nicht mehr für die Welt von Her­mann Hesse, wie als Stu­dent in den Zwan­zi­gern, lese ihn aber heute mit ganz ande­rer Neu­gier, ande­ren Prä­mis­sen und Inter­es­sen. Diese Ver­bin­dung völ­lig unter­schied­li­cher Per­spek­ti­ven gegen­über Wer­ken der Welt­li­te­ra­tur ist aber einer der gro­ßen Plus­punkte die­ser Lite­ra­tur­schau aus schwe­di­scher Sicht. K. Ekman lebt logi­scher­weise eine skan­di­na­vi­sche Buch­welt, dazu gehö­ren Autoren wie Selma Lager­löv, Eyvind John­son, Hjal­mar Berg­man, Hen­drik Ibsen, Her­mann Bang, um wesent­li­che zu nennen.

Nicht immer finde ich ihre teils sehr aus­führ­li­chen Inhalts­an­ga­ben ange­mes­sen, kennt man das rezen­sierte Buch sel­ber nicht, sind sie den­noch hilfreich.

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Kers­tin Ekmann | © Foto: Bodil Berg­q­vist | Quelle: 
Web­site des Piper Verlags

Die Über­set­zung ihrer »Buch­welt« aus dem Schwe­di­schen ins Däni­sche hat sie zusam­men mit Anne Marie Bjerg selbst geschaf­fen. Diese wird in der »Bal­tic sea library« als pro­funde Über­set­ze­rin und Autorin genannt, die selbst mehr als 100 Titel ver­öf­fent­licht hat. Ein­ge­lei­tet wird die »Buch­welt« durch die Erin­ne­rung an den Zet­tel in einem Blu­men­strauß, den Ekman wäh­rend eines lan­gen Kran­ken­haus-Auf­ent­halts (mit 31) von einem alten Freund bekam:»Du hast ja schon schlim­me­res durch­ge­stan­den«, stand dort fein zise­liert in alt-grie­chi­schen Buch­sta­ben« – der Freund war Alt­sprach­ler. Und so hat sie die Ver­bin­dung zum ers­ten Buch ihrer »bog­ver­den«, Homers Odys­see, her­ge­stellt, denn daher soll der Satz stammen …

Sie sucht und blät­tert, stößt auf falsch Ein­sor­tier­tes wie Manon Les­caut, Pro­sper Merimée’s Colomba u.a. Und nun ist sie 70 Jahre älter als die Schü­le­rin bei der Erst­lek­türe von M. Les­caut. In 26 Kapi­teln erzählt die Schwe­din so, wel­che Bücher sie über ihre lange Lebens­zeit beglei­tet haben. Und erin­nert sich an den unver­gess­li­chen Rat: »Man skal nok ikke smide bøger ud. For den der ville lære at skrive var dette jo et ufor­glem­me­ligt råd.« (Man sollte keine Bücher weg­wer­fen. Ein unver­gess­li­cher Rat, für jeman­den, der ler­nen will, zu schreiben.)

Schon beim Anle­sen und der Info über die Ver­fas­se­rin, die mit 26 zu schrei­ben anfing, stellte ich fest: Eine wich­tige Stimme Schwe­dens und des Nor­dens. Dabei asso­zi­iert sie in ihrem Text mit vie­len welt­be­rühm­ten Wer­ken, z.B. George Eliott »Midd­le­m­arch«. Oder Eyvind John­son »Min­nas«. Ihre Erin­ne­run­gen (in Proust­scher Dimen­sion), als sie die das erste Mal las, in der vor­letz­ten Schul­klasse, die Zukunft rückte näher. Sie ist gerne alleine. Die Eltern haben Ter­mine, sie spielt Kla­vier, nicht gut, aber gerne, es macht Spaß.

Olivarius
Klein, aber oho: Buch­hand­lung »Oli­va­rius« in Sva­n­eke auf Bornholm/Dänemark

»Min­nas« von Eyvind John­son hat sie das erste Mal 1951 gele­sen, da war sie 18. Und wie­der erin­nert sie sich an die Umstände. Die Eltern nicht da, es war kalt und sie zu faul mit einer Freun­din Feuer zu machen. Als im Buch das Wort »Päd­erast« vor­kam und sie sich ihre eigene Situa­tion über­legt, fing sie an, die Welt mit ande­ren Augen zu sehen. Nor­ma­ler­weise, schreibt sie, erwacht im letz­ten Teen­ager­jahr die Lese­lust. Mit Lesen will man weg von allem. Aber die­ses Buch, die­ses Buch brachte sie nicht weg, son­dern »for mig vendte den inder­si­den af byen ud.« (Für mich wurde das Innere der Stadt nach außen gekehrt.)

Das erste Mal begann ich zu ahnen, dass Zufälle und Begier­den das Leben der Men­schen steu­er­ten, ebenso Dämo­nen und rasende Liebe. Und eine Refe­renz zum Autor Eyvind John­son, dem gerade ein wich­ti­ges Buch abge­lehnt wurde und der dazu bekennt; Mein Schick­sal ist Schrei­ben, ich muß schrei­ben. Ver­gleich hier.

Wir ler­nen auch noch, warum Kers­tin Ekman als Tee­nie einen Band Sopho­kles auf einer Bank im Stadt­park ver­gaß und ver­ste­hen das Lob auf die kom­mu­nale Biblio­thek, aus der sie Sopho­kles ent­lie­hen hatte. »For mig åbnede kom­mu­nens biblio­thek den ver­den jeg ville i.« (Mir öff­nete die kom­mu­nale Biblio­thek die Welt in der ich leben wollte.) Ihr Vater, ein Fabri­kant, half ihr, indem er ihr bald seine Lese­karte für die Erwach­se­nen­ab­tei­lung gab. Ähn­lich bei der »Fami­lie Thi­bault«, von Roger Mar­tin du Gard. Oder die For­sy­the Saga des John Galsworthy.

Beide hat sie als Erwach­sene wie­der gele­sen, was man auch tun sollte, meint sie. Auch weil ihr beim Wie­der­le­sen ihr Schul­mäd­chen-Dasein ins Gedächt­nis rückte.

Tol­stoi

An das rus­si­sche Meis­ter­werk »Krieg und Frie­den« hat sie spe­zi­elle Erin­ne­run­gen. So erklärt sie, wel­che Bedeu­tung einer der grie­chi­schen Aus­drü­cke für »Zeit« hat (der andere lau­tet »chro­nos«), also »kai­ros« – der rich­tige Augen­blick. Da muss ich wohl J. Erpen­becks gleich­na­mi­gen Roman noch ein­mal lesen, viel­leicht ver­stehe ich ihn end­lich richtig.

Auch in Christa Wolfs Werk »Kas­san­dra« spielt die­ser Zeit­be­griff eine Rolle. Das grie­chi­sche Wort »Kai­ros« bedeu­tet in der Phi­lo­so­phie, dass ein güns­ti­ger, ent­schei­den­der Moment, wenn er ver­passt wird, unwie­der­bring­lich ver­stri­chen ist. Kas­san­dra von Christa Wolf ist eine Erzäh­lung, in der dafür plä­diert wird, den ent­schei­den­den Moment für mensch­li­ches Han­deln zu erken­nen und vor allem zu ergrei­fen, bevor die Zer­stö­rung nicht mehr ver­hin­dert wer­den kann; Danke an Mar­gret für die­sen Hinweis!

Tol­stois Werk spielt unter Men­schen der damals höchs­ten Gesell­schafts­schicht, die gerne Fran­zö­sisch spra­chen, was unüber­setzt in den Text ein­fließt. Was in mei­ner alten (DDR-)Ausgabe von 1978 bei Ruet­ten & Löning per Annex ergänzt wird. Wich­tig war Ekman, wie sie damals starke Gefühle beim Lesen von »Krieg und Frie­den« erlebte und mit den Hel­den mit­fie­berte. Wie sie der Rat des grei­sen rus­si­schen Heer­füh­rers Kutusow beein­druckte: »Geduld! Sie wer­den noch Pfer­de­fleisch essen!«

Ihr Fazit: Als Tol­stoi »Krieg und Frie­den« schrieb, wollte er ein Buch gegen den Krieg schreiben!

Strind­berg, Lager­löf, Tho­mas Mann

Bei Strind­berg erin­nert sie ich an die Aus­sage ihres Vaters, »Das rote Zim­mer« sei die beste Schil­de­rung der schwe­di­schen Gesell­schaft gewe­sen. Unter die­sem Aspekt sollte ich das also noch ein­mal lesen. Kein Pro­blem, ist ja noch im Regal. So ist es auch bei K. Ekman, alle 20 Bände sind bei ihr noch im Regal. »Frau­en­has­ser« hatte der Vater aber auch zu Strind­berg gesagt.

Anläss­lich von Selma Lager­löfs »Band­lyst« (Deutsch »Das hei­lige Leben«), erschie­nen nach dem ers­ten Welt­krieg, fällt ihr der Rat ein, achte dar­auf, was Du liest. Die Lager­löf schreibt nicht vom Krieg, sie schreibt davon, wel­cher Ekel in ihr auf­steigt, wenn sie tote Sol­da­ten im Was­ser ver­rot­ten sieht. An ande­rer Stelle bewegte sie eine Freun­din dazu, den grau­si­gen Teil einer Polar­ex­pe­di­tion (Kan­ni­ba­lis­mus) weg zu lassen.

Sie schriebt viel über die Lese­ge­wohn­hei­ten, wie sie in der Jugend waren und wie sie sich ent­wi­ckelt haben. Und wie ihr beim »Wie­der-Lesen« Momente ihres dama­li­gen Schul­mäd­chen-Daseins in Erin­ne­rung traten.

Wie lernt man schrei­ben? Ihr Rat: »Men ellers mit råd: Læs en god bog. Du har hele ver­dens­lit­te­ra­tu­ren til rådig­hed.« (Ansons­ten mein Rat: Lies ein gutes Buch. Dir steht die ganze Welt­li­te­ra­tur zur Verfügung.

Tho­mas Mann »Trold­domsbjer­get« hat sie aller­dings beim ers­ten Lesen nicht ver­stan­den, da bin ich also in guter Gesell­schaft … Dazu sagt sie: Ich glaube nicht, dass es dumm ist, dicke Bücher zu lesen, die man nicht voll­stän­dig ver­steht. Mit jedem Jahr und jedem Lesen lernt man. »Og den åbner i bedste fald ukjendte rum i en selv« (Und das öff­net im bes­ten Fall neue Räume in einem selbst.)

»Fan­den i nød­den« (Der Teu­fel in der Nuß­schale) beti­telt sie ihren Abschnitt über Ibsens Peer Gynt, für mich ein urskan­di­na­vi­sches Drama. Dazu habe ich Edvard Griegs Musik im Ohr und sehe die Bal­lett­fas­sung in der Deut­schen Oper Ber­lin. Ibsen bezeich­net sie als »unse­ren« Ver­fas­ser, weil er nor­disch war, nicht nur weil Nor­we­gen und Schwe­den bis 1906 in Union exis­tier­ten. Peer Gynt ist für sie keine erfun­dene Geschichte, son­dern erzählt nach Asbjørn­son und Moe’s nor­di­schen Mär­chen gestal­tet; aus den vier­zi­gern des 19. Jahr­hun­derts. Von außen fin­det sie, siehts bei P.Gynt noch ganz nett aus. Von innen aber wir­ken die Leute wie ein Mandala.

Brontë Schwes­tern, Phil­ipp Roth

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Mein gelieb­tes Exem­plar von »Wut­he­ring Heights« – erwor­ben beim legen­dä­ren Buch­händ­ler in der Oxford Street, Claude Gill.

Emily Bron­tës »Wut­he­ring Heights« hat Kers­tin Ekman das erste Mal am Gym­na­sium gele­sen, der Inhalt, den sie hier aus­führ­lich erzählt und kom­men­tiert, hat lange in ihr nach­ge­wirkt, lebte in ihr wei­ter. Bedrü­ckend die Tat­sa­che »Døden var der hele tiden« – umge­ben vom Tod, der mit­tels TBC rei­che Ernte in der Fami­lie holte. Die Schule war gera­dezu eine töd­li­che Umge­bung, was wir erst seit der Pan­de­mie wirk­lich ver­ste­hen. Gelernt habe ich von Ekman, dass Char­lotte Brontë die­je­nige war, die am meis­ten aus der häus­li­chen Enge her­aus­kam, die meis­ten Kon­takte hatte und folg­lich die meis­ten Briefe schrieb. Es sind ihre Briefe, auf denen die Bio­gra­fie der Bron­tës von Juliet Bar­kers beruht, eine Bio­gra­fie in Brie­fen. Ver­glei­che hier.

Dazu trifft Ekman einen inter­es­san­ten Ver­gleich mit den aris­to­kra­ti­schen Figu­ren in »Pride and pre­ju­dice«. Spä­ter ent­deckt sie mar­kante Über­set­zungs­feh­ler, als sie end­lich die Ori­gi­nal­ver­sion liest. Ich fürchte Emily Bron­tës Werk dürfte mehr schlechte als gute Über­set­zun­gen haben. Und Ekman fragt, woher nahm Emily in ihrer Ein­sam­keit nur all die Lei­den­schaf­ten für ihr Buch? Ant­wort: Das nahm sie nir­gends her, das war in ihr.

In mei­nem eige­nen Exem­plar von »Wut­he­ring Heights«, eben­falls mehr­fach gele­sen, das weist der sorg­sam gehü­tete Kas­sen­zet­tel aus, stammt von Claude Gill aus der Oxford Street, Lon­don, und kos­tete am 7. Mai 1987 zwei­ein­halb eng­li­sche Pfund. Über die­sen Buch­la­den – gegen­über von Sel­fri­d­ges, fin­det man im »Inde­pen­dent« einen schö­nen Text, nicht nur Bücher, auch Buch­händ­ler machen Geschichte. – Mich hat hier beein­druckt, wie schön die Erin­ne­run­gen an das Lesen der »Stormfulde høj­der« geschil­dert wer­den, wie gefühlvoll.

»The human stain« von Philip Roth, Schwe­disch : »En men­nes­kelig plet«, sie gibt, eine Spur zu lang, die Tra­gik der Ereig­nisse wie­der. Der Ereig­nisse um den far­bi­gen Lite­ra­tur­pro­fes­sor Cole­man Silk, der des Ras­sis­mus bezich­tigt wird. Von einer rach­süch­ti­gen wei­ßen Stu­den­tin. Liest man das, erin­nert man sich, wie unge­heuer viel­fäl­tig das Werk war. Fru Ekman poin­tiert in ihrer Zusam­men­fas­sung bis zum bit­te­ren Schluss die mensch­li­che Ungleich­heit durch den unmensch­li­chen Ras­sis­mus in den USA.

Mel­ville, Her­mann Bang, Charles Dickens

Ekmans Kapi­tel zu Her­mann Mel­ville, Moby Dick, ist ein vor­züg­li­ches, 11-sei­ti­ges Lite­ra­tur­er­eig­nis, das nicht nur die benutzte Ori­gi­nal­quelle, son­dern auch die der däni­schen bzw. schwe­di­schen Über­set­zun­gen ver­wen­det. Das sehr eigene Leben der Wal­fän­ger, egal ob Kana­dier, Inuit oder Euro­päer zeigt sehr schön (um 1840,) was den Ozea­nen damals alles noch erspart wurde: Ölboh­run­gen, Tan­ker­un­glü­cke, Kreuz­fahrt­mons­ter und Tou­ris­mus-Indus­trien. Die­ses Buch hat – wie wenig andere – beim Lesen die Zeit auf­ge­ho­ben. Nicht aus­ge­spart die dra­ma­ti­schen Momente, das Lau­ern auf das ver­rä­te­ri­sche Bla­sen des Wals. Eine Jagd nach einem Dämon. Die völ­lig unchrist­li­che Figur des Kapi­tän Ahab. Die Jagd nach dem wei­ßen Wal, der Kampf mit ihm: »Til sidst blå­ser hva­len blod i stedet for den hvide damp« (Zuletzt blies der Wal Blut anstelle des wei­ßen Dampf). Alles rund 200 Jahre vor Timmy, Lite­ra­tur statt Tierpornografie!

Bang-Tine
Eine der bei­den Aus­ga­ben von »Tine« . Hier die bild­hüb­sche und unend­lich sorg­same Manesse Aus­gabe von Aldo Keel, 2011, Zürich. Zuerst gele­sen hatte ich »Tine« aber in Band 1 der »Aus­ge­wähl­ten Werke«, erschie­nen im Hinstorff Ver­lag, 1982, Ros­tock, 1982, DDR.

Das Kapi­tel über Her­mann Bangs »Tine« beginnt mit den unsäg­li­chen Beschimp­fun­gen, die Bang in sei­ner Zeit aus­ge­setzt war. »Abnorm« wet­tert der spä­tere Preis­trä­ger Johan­nes V. Jen­sen (»Him­mer­lands­volk«) in aller Öffent­lich­keit in der gro­ßen Däni­schen Zei­tung »Poli­ti­ken«. Die Autorin ärgern diese üblen Pole­mi­ken so, dass sie die Bücher von Jen­sen her­aus­nimmt und aus dem Regal wirft. Eine Rolle spielt sicher, dass »Tine« eine wahre Schil­de­rung des (deutsch-däni­schen) Krie­ges ist, das die Toten, Ver­wun­de­ten, die Kriegs­krüp­pel nicht aus­spart. Also nicht ver­lo­gen und hoch­pa­the­tisch daher kommt.

Als Bang das Buch schrieb, tauch­ten seine eige­nen Erin­ne­run­gen von der süd­jü­ti­schen Insel »Als« auf – auch ihr ste­hen die Insel­bil­der beim Lesen vor Augen. Sie sieht Bang als wah­ren Erin­ne­rungs­künst­ler. Sie legt die Ver­wen­dung des Bewusst­seins­stroms nahe, was im Däni­schen der »innere Dia­log« genannt wird. Ob man aller­dings Vir­gi­nia Woolf und Mar­cel Proust in einem Atem­zug als Anwen­der des »stream of con­scious­ness« (= Bewusst­seins­strom) nen­nen kann – dar­über müsste ich lange nach­den­ken! Ver­glei­che hier.

Bang jedoch schrieb ohne den inne­ren Mono­log zu ver­wen­den, das ist für sie ein geglück­ter Kunst­griff. Ekman erin­nert an andere Kriegs­bü­cher, Remar­que, Nor­man Mailer. Tine ist anders, Tine ist ein­fach ein Buch über die Men­schen in dem klei­nen Ort, als der Krieg sich nähert. Die ver­geb­li­che Romanze zwi­schen Tine und Berg, dem »sko­vri­der« (Förs­ter). Der ihr Worte sagt, die sie aus sei­nen Brie­fen kennt. Bang beschreibt eine Liebe inmit­ten zwi­schen Ver­wun­de­ten, Toten, Halb­ir­ren, den Wun­den des Krie­ges. Eine hoff­nungs­lose Liebe, die Tine mit einem ver­zwei­fel­ten Selbst­mord been­det. Madame Bøl­ling ver­steht, nimmt die Tote nach Hause und wäscht sie. »Hun fors­tår og siger det til sig selv: Han har taget mit barn.« (Sie ver­steht, er hat mir mein Kind genommen.«

Charles Dickens, »Our mutual fri­end«, ist ihr Lieb­lings­buch von Dickens. Ein Buch über einen Neu­rei­chen, der sein Geld mit Abfall gemacht hat, mit Abfall­ber­gen, auf denen die Kin­der spie­len. Sie zitiert einen Kin­der­reim, den Dickens bei einem sei­ner zahl­rei­chen Spa­zier­gänge durch Lon­don auf­ge­schnappt hatte: Rumty iddity, row dow wow/sing tood­lely, tee­dely, bow wow wow. Die kleine ver­krüp­pelte Nähe­rin Jenny Wren ist ihre Lieb­lings­fi­gur. Und sie hat auch das klas­si­sche bri­ti­sche Kin­der­buch gele­sen, »The wind in the wil­lows«. die Aben­teuer der Was­ser­ratte und des Maul­wurfs. »Our mutual fri­end«, ein Buch von über 800 Sei­ten und voll von son­der­ba­ren Charakteren.

Die nächs­ten Exem­plare ihrer »Buch­welt«, das »Kvin­der og æble træer« ihrer Lands­män­nin Moa Mar­tin­son und Albert Camus »Det første men­neske«, also »Frauen und Apfel­bäume« bzw. »Der erste Mensch« kenne ich so wenig, dass ich sie über­springe. Wobei sie auch Camus im Ori­gi­nal und den däni­schen bzw. schwe­di­schen Über­set­zun­gen gele­sen hat. Aus Camus Buch hat sie mehr über Armut gelernt, als aus allen ande­ren Büchern. Aber »Den for­gangne tid fin­des man kun hos de rige« – die Erin­ne­run­gen fin­det man nur bei den Rei­chen. Den Armen fehlt dazu die mate­ri­elle Basis, die Leucht­türme der Erin­ne­rung. Camus hat das Buch sei­ner Mut­ter Cathe­rine gewid­met, erst zum Schluß stellt sich her­aus, dass sie nicht lesen kann.

K. Ekman schiebt die Frage ein, was sind 11 Jahre? Die Jahre, die sie in der schwe­di­schen Aka­de­mie war, bevor sie wegen deren man­geln­der Unter­stüt­zung für Sal­man Rush­die aus­ge­tre­ten ist.

Milosz, John­son, Tur­gen­jew, Tschechow

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Diese Bücher­gilde-Aus­gabe mit der Neu-Über­set­zung von Vera Bisx­chitzky kam erst 2018 auf die Buchwelt.

Trotz Lite­ra­tur­no­bel­preis hat das pol­ni­sche Buch »Iss­a­da­len«, über die Zeit, wo es auf (heute) pol­ni­schem Gebiet vor Natio­na­li­tä­ten wim­melte: Deut­sche, Polen, Rus­sen, Litauer etc. wenig Bekannt­heit erlangt. Im Kern geht es um das Wer­den eines jun­gen Man­nes im (heu­ti­gen) Litauen im Wech­sel der Natio­nen, zu denen das Land gehörte. Schließ­lich führt seine Geschichte in die USA, zu Zei­ten, wo das noch ein Ein­wan­de­rungs­land und kein Trump­land war.

Eyvind Johnson’s zwei­tes Buch, das sie fea­tured, geht zurück in die Zeit Karls des Gro­ßen und der Lan­go­bar­den. Viel­leicht eher ein Thema für mei­nen Sohn, den wer­den­den Alt­his­to­ri­ker. »Hans nådes tid« lau­tet der Titel und ich bin so frei, nicht wirk­lich ver­stan­den zu haben, was Herr John­son und Frau Ekman uns damit sagen wol­len. Leicht macht es Fru Ekman auch bei dem Titel »Amo­rina« von Carl Jonas Love Alm­quist nicht. Am Rande habe ich notiert »ver­fluchte Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­le­rin mit ihrem Sprach- und Wort­reich­tum, Pas­sa­gen, die man nur am Schreib­tisch mit Wör­ter­buch lesen kann – Ent­schul­di­gung! Den­noch gibt s eine schöne Legende zur Ent­ste­hung: Ein His­to­ri­ker hätte das Manu­skript in einer stock­dunk­len Som­mer­nacht bei einem grel­len Blitz in einem sonst lee­ren Schrank gefun­den. Das war ein heute fast ver­ges­se­nes Genre, näm­lich ein Brief­ro­man. Offen­bar las­sen sich eher aus Brie­fen Romane machen denn aus Mails. Jeden­falls notiert Fru Ekman: Gegen die Titel­hel­din ist »Cala­mity Jane« ein Wai­sen­kind – das macht neu­gie­rig, aber lei­der gibt es keine Deut­sche Über­set­zung des Buchs. Das scheint nicht schlimm zu sein. Denn auch wenn K. Ekman die Amo­rina mehr­fach gele­sen hat, ver­stan­den hat sie es nie. Da wäre also noch eine Chance für einen inno­va­ti­ven Blogger 🙂

Ganz anders sieht das mit Anton Tschechows »Die Steppe« aus, ein Text eines der lite­ra­risch große Rus­sen. Der schrieb Kurz­prosa, um sich sein Medi­zin­stu­dium zu ver­die­nen. Ebenso wie seine Fami­lie – gegen den bru­ta­len Vater – zu ver­sor­gen, der aus Tag­anrog (Ukraine) nach Mos­kau gegan­gen war. Mit 27, nicht gesund (TBC) schrieb er über die Reise des jun­gen Igor und die Schön­heit der Steppe, in der Tag­anrog liegt. Es ent­steht eine Dis­kus­sion mit dem Bru­der der Mut­ter Jegors, dem Kauf­mann Kus­mit­schow und dem mit­rei­sen­den Pries­ter Kris­toffer. Sie zitiert Pas­sa­gen des Sprach­wun­ders Tschechow, die auch in der schwedisch/dänischen Über­set­zung glän­zen. Den Inhalt der »Steppe« gibt sie viell. etwas zu aus­führ­lich wie­der. Der Junge Jegor fin­det nach vie­len Begeg­nun­gen, Aben­teuer und Unwet­ter in der Steppe wie­der heim. Ergeb­nis: »Men han har egent­lig ikke lært mere på step­pen end man nogensinde kan lære af bøger? (Aber hat er nicht mehr über die Steppe gelernt, als man jemals aus Büchern ler­nen kann?)

Elsa Morante, Cora Sandel

Elsa-Moraante-La-Storia
Noch (2026) in mei­nem SuB, Mar­gret hatte schon das Ver­gnü­gen, ich freu mich drauf.

Elsa Morante erzählt in »His­to­rien« die Geschichte als eine unend­li­che Reihe von Mor­den, das spielt in den Zei­ten des ita­lie­ni­schen Faschis­mus. Der sich von den deut­schen Nazis vor allem dadurch unter­schied, das er nicht so per­fekt und grau­sam beim Aus­rot­ten sei­ner Geg­ner war. Was das Über­le­ben einer (halb-)jüdischen Frau im Ita­lien des Duce mit ihrem, aus einer Ver­ge­wal­ti­gung stam­men­dem Sohn mög­lich macht. Die eines Tages in einer zum Ein­pa­cken von Obst ver­wen­de­ten Zei­tung über die Nazi­ver­bre­chen lesen kann:

  1. Hin­ge­rich­tete Gefan­gene lie­gen in Hau­fen im ver­rot­te­ten Zustand
  2. Ein Berg von Schu­hen von gestor­be­nen Gefangenen
  3. Gefan­gene hin­ter Sta­chel­draht Zäunen
  4. Die »Todes­treppe« in einem deut­schen KZ; Gefan­gene wur­den gezwun­gen, die steile Treppe mit schwe­ren Las­ten so lange und so oft hoch­zu­ge­hen, bis sie her­ab­stürz­ten. Das Ganze zur Unter­hal­tung von KZ-Lei­tern und -Wachpersonal.

Das ist noch nicht das Ende des Romans, der noch auf die direkte Nach­kriegs­ge­schichte in Ita­lien ein­geht. Aber das Buch, von Mar­gret schon gele­sen, befin­det sich noch in mei­nem SuB, mehr (hof­fent­lich) später.

Längst gele­sen habe ich Ekmans nächste Lite­ra­tur­be­geg­nung: Iwan Tur­gen­jew, »Auf­zeich­nun­gen eines Jägers«, 2021 bei der Bücher­gilde Guten­berg erwor­ben. Das bezeich­net sie sogar als ihr Lieb­lings­werk. Der Autor war ein Adels­spross und Vater einer unehe­li­chen Toch­ter (mit einer Magd), unsterb­lich, aber ver­ge­bens ver­liebt in eine Sän­ge­rin. Der er über zwei Jahr­zehnte hin­weg Lie­bes­briefe schrieb. Gut, dass es damals weder Mails noch Whats­App oder Insta gab. Wir könn­ten, knapp 200 Jahre spä­ter, nichts davon lesen. Er ver­fasste auch eine Novelle über 2 Leib­ei­gene vol­ler Mensch­lich­keit. Und immer­hin, nach dem Tod der Mut­ter sei­ner Toch­ter, sorgte er für diese. Unter­nahm Rei­sen nach Frankreich,Deutschland, genießt dort die Atmo­sphäre der Auf­klä­rung. Und wurde so der große rus­si­sche Erzäh­ler. In mei­nem Lese­ex­em­plar hatte ich damals (auf einem gel­ben Haf­tie) notiert: Rus­sisch! / Natur­schön­hei­ten / Sit­ten­bil­der / Viel­fäl­tig / berü­ckend schön!

Es sind keine eigent­li­chen Jagd­ge­schich­ten, in die­sem ihrem Lieb­lings­buch, es sind Geschich­ten über die Men­schen die­ser Zeit, um 1850 im zaris­ti­schen Russ­land. »Et slavegjort folk og dets her­rer skild­res i dets hver­dags liv« – Ein ver­sklav­tes Volk mit sei­nen Her­ren, geschil­dert in deren All­tags­le­ben. Die Autorin zieht eine wun­der­schöne Par­al­lele zu Cathe­rine Mans­field als Meis­te­rin der Novel­len mit einem prä­gnan­ten Abschluss (vgl. die Mans­field-Rezen­sion in 2016). Dabei beinhal­ten Tur­gen­jevs Erzäh­lun­gen weni­ger Jagd­dra­ma­tik, als die Schön­heit der Stille des Wal­des. In der Novelle »Bes­jin-engen« beginnt er mit der Betrach­tung eines Son­nen­auf­gangs, etwas was Kers­tin Ekman sich selbst eben­so­we­nig zuge­traut hätte, wie die vor­an­ge­gan­ge­nen Beob­ach­tun­gen der Wol­ken am Him­mel. Viel­leicht hatte er den Duft einer rus­si­schen Som­mer­nacht eingeatmet?

Ihrer ver­glei­chen­den Betrach­tung der Erzäh­lun­gen von Ray Brad­bury »The veldt« bzw. Doris Les­sing »Græs­set syn­ger« mochte ich nicht so recht zu fol­gen, darum Schwei­gen an die­ser Stelle.

Abge­schlos­sen wird »Min bog­ver­den« mit Betrach­tun­gen zu »Alberte og Jakob«, das nackte Leben titelt sie die­sen Abschnitt. Es ist das Werk, das sie am meis­ten bewegt hat, ein Werk der Nor­we­ge­rin Cora San­del. Der sie auf Spa­zier­gän­gen an der Uni Upp­sala als Stu­den­tin mehr­fach begeg­net ist. Nor­we­gen, Paris, Schwe­den lau­te­ten Cora San­dels Lebens­sta­tio­nen, die sie auch im teil-bio­gra­fi­schen Buch ver­ar­bei­tet. Die Autorin Ekman ver­gleicht sich mehr­fach mit der Prot­ago­nis­tin – was für unter­schied­li­che Schick­sale. Und setzt das Buch in Bezug auf den groß­ar­ti­gen »Radetzky-Marsch« von Josef Roth. Und dem Habs­bur­ger Reich mit sei­nem unfass­ba­ren Zusam­men­halt, trotz der zahl­rei­chen im Reich gespro­che­nen Spra­chen. Die Asso­zia­tio­nen schei­nen mir aber schwer nach­voll­zieh­bar. Da hilft nur Joseph Roth noch ein­mal, aber »Cora og Alberte« mög­lichst bald das erste Mal zu lesen.


Fazit

Lek­türe und Rezen­sion von Kers­tin Ekmans »Min bog­ver­den« sind mir auf­grund der sou­ve­rä­nen Sprach­be­herr­schung von Autorin und Über­set­ze­rin nicht leicht gefal­len – aber so lernt man, oder? Aber was für eine per­sön­li­che Zusam­men­fas­sung von Weltliteratur.

Ekmans meist ober­fläch­li­chen Bezüge zum Ukraine-Krieg, mitt­ler­weile zum Stell­ver­tre­ter-Krieg NATO ./. Russ­land mutiert, ner­ven. Als gäbe es keine Kriege in Soma­lia, Syrien, Marokko, Sudan, Kur­den­ge­biete – all das ver­sinkt bei ihr. Von den Über­fäl­len auf Gaza, Liba­non, den Iran konnte sie noch nichts wis­sen. Ob das wohl bei einer Neu­auf­lage vor­kommt, meine däni­sche Aus­gabe wurde von Anne Marie Bjerg 2023 aus dem Schwe­di­schen ins Däni­sche über­setzt, da war die Autorin 90 Jahre alt!

Pas­send zu ihrem Anspruch einer gan­zen Welt von Büchern führt ihr Lite­ra­tur­ver­zeich­nis über mehr als 11 Sei­ten, nicht nur die Ori­gi­nal-Lek­tü­ren, son­dern auch die schwe­di­schen und die däni­schen Über­set­zun­gen auf. Dies betrifft auch in dem Text refe­ren­zier­ten Titel, womit man ins­ge­samt auf über 50 Titel kommt, Chapeau!

Her­vor­ra­gende per­sön­li­che Betrach­tun­gen von Weltliteratur



Nach­trag
»Min Bog­ver­den« gibt Anlass einige der Titel von Fru Ekman in ihren deut­schen Fas­sun­gen vor­zu­stel­len. Es sind erstaun­lich viele, in der Regel über­setzt von Hed­wig Bin­der, die sel­ber Schrift­stel­le­rin ist.

Viele sind preis­ge­krönt, u.a. mit dem Preis des Nor­di­schen Rats, dem höchs­ten Lite­ra­tur­preis Skan­di­na­vi­ens. Eine Quelle für die Bücher von Fru Ekman ist die Web­site ihres deut­schen Ver­lags, Piper

Piper kon­zen­triert sich jedoch auf die Her­aus­gabe von E-Books. Ekman begann eben­falls mit Kri­mi­nal­ro­ma­nen, hatte das aber nach weni­gen Jah­ren hin­ter sich gebracht. Zu ihren mar­kan­tes­ten Wer­ken danach gehört die Vall­msta-Tetra­lo­gie um die Ent­wick­lung der Stadt Kath­ri­ne­holm, ihrer Geburtsstadt.
Die Titel

  • Häx­rin­g­arna (dt. Bannkreise)
  • Spring­källan (dt. Die Springquelle)
  • Äng­la­hu­set (dt. Das Engelhaus)
  • En stad av ljus (dt. Stadt aus Licht).

Eben­falls bekannt ist die Tri­lo­gie »Vargs­kin­net« (Der Wolfs­pelz) mit den Titeln

  • »Guds barm­här­ti­ghet« (dt. 2000 Am schwar­zen Wasser)
  • »Sista rom­pan« (dt. Die letz­ten Flöße) und
  • »Skra­plot­ter« (dt. Zeit aus Glas).

Erwäh­nens­wert schließ­lich noch »Hun­de­herz«, erst 2019 erschie­nen. Die meis­ten der bei unter­schied­li­chen Ver­la­gen erschie­nen Bücher sind anti­qua­risch erhält­lich, etwa bei Booklooker.

2026 rezensiert, Albert Camus, Anton Tschechow, August Strindberg, Bornholm, Camus, Catherine Mansfield, Charles Dickens, Claude Gill, Cora Sandel, Doris Lessing, Dänemark, Elsa Morante, Emily Brontë, Eyvind Johnson, Henrik Ibsen, Hermann Bang, Homer, Iwan Turgenjew, Lew Tolstoi, Olivarius, Philipp Roth, Ray Bradbury, Schweden, Thomas Mann