Schlagwort: 2019 rezensiert

Gabriele Lech-Anspach
» Insel vor der Insel

Eine kleine Insel (Steinstücken) im roten Meer der DDR – vor der Insel West-Berlin. Die höchst ungewöhnliche Geschichte der West-Berliner Exklave Steinstücken.

Peter Schütt
» Von Bas­beck am Moor über Mos­kau nach Mekka

Ich beginne mit einem Gedicht von P. Schütt über die Mondlandschaft, die der US-amerikanische Krieg in Vietnam hinterlassen hat. Und ende mit einer lyrischen Danksagung einer in Hamburg ausgebildeten vietnamesischen Ärztin an den Autor. Dazwischen der unglaublich weite Lebensweg eines Dichters der deutschen Gegenwart, der nach all den oft prominenten Menschen, die ihm begegneten, sagt: »Ich habe die kindliche Aneignung der Welt nie aus den Augen verloren.« Ein Dichter, der heute im Islam ruht und sagt » … dass ich Jesus nicht aufgeben musste, um Mohamed zu gewinnen.«

Per Olov Enquist
» Aus­zug der Musikanten

Enquist gestaltet sehr bildhaft eine Episode des Beginns der schwedischen Arbeiterbewegung, in den besonders rückständigen Nord-Regionen (Västerbotten und Norbotten) – wo »sozialistische Agitatoren« erst mal nackt an den Baum gebunden wurden. Ein Stück spannend illustrierter Geschichte der Arbeiterbewegung in Skandinavien.

Frans Eemil Sil­l­an­pää
» Hiltu und Ragnar

Die Geschichte der »unmöglichen« Begegnung zweier junger Finnen, dem 16-jährigen aus der Waldeinsamkeit Finnlands kommenden Dienstmädchen Hiltu und des 18-jährigen Villenbewohners Ragnar. Eines der intensivsten Bücher, das ich kenne, von dem bisher einzigen finnischen Literaturnobelpreisträger, das Guggolz hier vorlegt.

Jack Lon­don
» Das Mondtal

Jack London feature ich in meinem Berliner Literaturblog »altmodisch:lesen« aus guten Gründen öfter. Im Mondtal zeigt London seine ganze Bandbreite zwischen sozialkritisch wirkender Erzählung, Abenteuer- und Reisestory, und schließlich die kitschige Geschichte der Verwirklichung des ewigen amerikanischen Traums. Mitsamt seiner Moral: Lieber ausbeuten, als ausgebeutet werden.

Gisela Els­ner
» Abseits

Ein Buch vom Leben in der Vorstadthölle, nur ertragbar mit Psychopharmaka. Was sich hinter den Fassaden einer glatt gelackten bayrischen Vorstadt der siebziger Jahre tut – bis zum Totalabsturz.

Michail Prischwin
» Der irdi­sche Kelch

Michail Prischwin hat ein aberwitzigen Rapport der ersten Jahre des bolschewistischen Umsturzes in Russland verfasst, so dass es einen neuen Blick auf die Oktoberrevolution eröffnet. Die interessanteste Kritik des Buchs kam damals von Leo Trotzki, »… große künstlerische Qualität … Text durch und durch konterrevolutionär..«.

Randi Birn
» Aksel Sandemose

Mein Berliner Literaturblog »altmodisch:lesen« hat nicht nur einen Schwerpunkt in skandinavischer Literatur, es widmet sich auch dediziert bestimmten Autoren. Da kam das Werk der norwegischen, in den USA lehrenden Professorin Randi Birn, passend zu einem der wichtigsten Verfasser des 20. Jahrhunderts: Dem dänisch/norwegischen Aksel Sandemose. Wer etwas über Sandemose und sein Werk lernen will, ist hier genau richtig.

Ulla Hahn
» Unscharfe Bilder

Ein Werk, dass sich mit dem Verhalten der Deutschen während der Nazizeit auseinandersetzt, gleichzeitig aber einige historische Fragen aufwirft. Dient dieser Roman Ulla Hahns einer Verständigung zwischen den Generationen?