Schlagwort: 2017 rezensiert
Georgi Wladimow
Es brauchte wohl 50 Jahre und das Ende der Sowjetunion, um das Bild des 2. Weltkriegs aus russischer Sicht so gegen den Strich zu bürsten. Warum das Buch zum besten gehört, was ich seit langem aus russischer Sicht über den 2. Weltkrieg gelesen habe.
Hans-Ulrich Treichel
»Endlich Berliner
Ein ziemlich dummes, von Klischees durchsetztes Geschreibsel, gemischt mit schlechter Lyrik, über das »Werden als Berliner« – des Autors aus Ostwestfalen. Warum sich wirkliche Berliner hier mit Grausen wenden.
Mathias Bröckers, Paul Schreyer – Dora Heldt
» Wir sind die Guten
Unter diesem Namen gab es einst 2 Buchtitel: Einmal der unfassbar schlechte Versuch einer Dora Heldt so etwas ähnliches wie einen (Sylt-)Krimi zu schreiben. Nicht zu verwechseln mit dem Sachbuch von Mathias Bröckers und Paul Schreyer über die Manipulation der öffentlichen Meinung in der Ukrainekrise und der Dämonisierung Russlands. Welches Buch unter dem Titel lohnt sich wirklich?
Mario Vargas Losa
» Der Hauptmann und das Frauenbataillon
Eine überdrehte Geschichte mit Komik, aber auch langweiligem Geschwätz. Vor allem aber eine Verharmlosung der Prostitution aus der Männer- und Macho-Perspektive.
Peter Scholl-Latour
» Mein Leben
Schade, dass dieser kluge und so ungeheuer viel wissende Mensch so spät angefangen hat, seine Erinnerungen zu schreiben. So bricht das unvollendete Buch etwa mit dem Tod de Gaulles ab und man findet viele Schlaglichter, aber nirgends wirklich historische Darstellungen.
Ales Adamowitsch, Daniil Granin
» Das Blockadebuch, 2. Teil
Anders als im ersten Band (2013/14 in Russland neu aufgelegt) konzentrieren sich die Autoren Adamowitsch und Granin auf nur 3 Tagebücher von Blockadeopfern. Damit machen Sie einen von Deutschland bis heute nicht anerkannten Völkermord erlebbar.
Eugen Ruge
» In Zeiten des abnehmenden Lichts
Eine ungeheuer verdichtete Szenenfolge aus dem lethargischen Endstadium der DDR, genial verfilmt mit Bruno Ganz. Leider vergibt der Autor die Chance, die Auseinandersetzung der Generationen wieder zu geben.
Stephan Tome
» Gegenspiel
Gründlich missglückte Versatzstücke, wie es angeblich in Westberlin der Siebziger zuging, insbesondere in der Hausbesetzerszene, grauenvoll schlecht.
Hans Fallada
» Geschichten aus der Murkelei
Ein Schmuckstück der Kindergeschichten von Fallada, genial von Hans Ticha illustriert in der Ausgabe des Aufbau Verlages, damals in der DDR. Eines meiner schönsten Bücher.
Karl Schumann
» Das kleine Gustav Mahler Buch
Weniger als eine Biografie als ein Resumée seines musikalischen Schaffens. Deutlich das Dilemma des großen Komponisten: Er konnte seiner eigentlichen Berufung nur in der Freizeit nachgehen.












