Angela Carter
Ein völlig flockig-überdreht-britischer Rückblick zweier »alter Schachteln« auf ein Leben im britischen Tingel-Tangel-Showgeschäft, die aber (in London) auf der falschen Seite der Themse wohnen. Die Frauenperspektive ist – selten genug in der Literatur – allerorten, so auch bei dem schwierigen, aber süßen »ersten Mal«, selbst beim »letzten Mal«. Man muss sich reinlesen, um sich zu amüsieren.
Jenny Erpenbeck
» Heimsuchung
Die Geschichte einer Edeldatsche unweit von Berlin, ihre eng mit der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung des Umlands verbundenen Besitzer und Verhältnisse. Erpenbecks Sätze, ihre Sprachzauberei erschließen sich wie exzellente Weine, Schluck für Schluck, vorsichtig, pausierend, reflektierend – ein Lesegenuss.
Graham Swift
» Ein Festtag
Eine sehr erotische Geschichte, wie eine einzige Liebesnacht zwischen einem Dienstmädchen und einem Herren zu Anfang des 20. Jahrhunderts einige Leben verändert. Von einem Autor der selbst formuliert, was das Buch soll: »Es ging darum, dem, was das Leben ausmachte, treu zu sein, zu versuchen, genau das einzufangen, was Lebendigsein bedeutete, obwohl das nie gelang.«
Ursula Poznanski
» Erebos
In dem gut gemachten Jugend-Roman wird der Abwechslungsreichtum eines PC-Spiels gezeigt und wie dieses Suchtcharakter entwickelt. Doch dahinter steckt ein Komplott, was tödlich zu werden droht.
Maxim Gorki
» Das Werk der Artamonows
Gorkis Werk beginnt kurz nach der Aufhebung der Leibeigenschaft (1868) im zaristischen Russland und handelt von der Gründung und Entwicklung einer wachsenden Flachsspinnerei und der Gründerfamilie. Vom »Revolutionär« Gorki ist hier aber wenig zu spüren.
William M. Thackeray
» The Christmas Books of Mr. M. A. Titmarsh
Über 100 Jahre alte Sammlungen von Klatsch und Tratsch aus der der »Upper class« in London. Ein genüssliches englisches Sozialporträt um 1850, allerdings auf die Ober- und Mittelklasse beschränkt.
English Summary
It’s one of the books from more than 150 years ago, which heavy illustrated as they are, aim at the public interest for glossy magazines. Similar to those, Thackeray wrote mainly neatly gossip, still enjoyable to read today.
English Summary
It’s one of the books from more than 150 years ago, which heavy illustrated as they are, aim at the public interest for glossy magazines. Similar to those, Thackeray wrote mainly neatly gossip, still enjoyable to read today.
Sigurd Hoel
» Ein Oktobertag in Oslo
Ein Blick hinter die Fassade eines bürgerlichen Mietshauses 1930 in Oslo. Wie die normierte Beziehungsunfähigkeit und Alltagsheuchelei der Bewohner die Katastrophe einer jungen Frau herbeiführt.
Axel Sandemose
» Der Klabautermann
Dies ist die erste größere Erzählung eines der bekanntesten skandinavischen Autoren, des großen Norwegers Axel Sandemose (1899-1965). Es ist eine hintergründige maritime Psychologie, die heute noch fesselt.
Manfred Rexin (Herausgeber)
» Radio Reminiszenzen
Der West-Berliner Sender RIAS (= Rundfunk im amerikanischen Sektor) war vor allem bei jungen Menschen »gesetzt«, in Ost und West. Warum sich dieses Buch dennoch als Riesenenttäuschung und miserabel gemacht herausstellte.
Andreas Austilat und weitere Autoren
» Unser West-Berlin
Bücher über das ehemalige West-Berlin scheinen Konjunktur zu haben, also kommt dazu etliches »auf den Markt«, wie es so fürchterlich unpassend heißt. Warum dieses Bändchen besonders krass am Thema scheitert.
Ulla Hahn
» Wir werden erwartet
Mit dem vierten und letzten Band beschließt Ulla Hahn ihre großartige autobiographische Erzählung aus den sechziger/siebziger Jahren der Bundesrepublik. Das Besondere an Hahns Geschichte ist die bewegende Verknüpfung biografischen Erlebens mit bundesdeutscher Geschichte dieser Zeit aus einer alternativen Sicht.
Jørn Riel
» Sangen for livet (Gesang fürs Leben)
Diese Grönlandsaga und Slægtsroman führt uns in die fremde Welt der Insel Grönland. In das Leben dort, der Menschen-Geschlechter, ihre Sitten, Mythen und ihre Erzählungen. Die Welt der Inuit.











